Kia im Rod-Stewart-Modus: Segeln gefällig?

Koreas größter Automobilkonzern hat seit einigen Jahren pikanterweise in Rüsselsheim, in Sichtweite zu den Opel-Produktionsstätten, eine große Ideenschmiede errichtet. Vom sogenannten HMETC, dem Hyundai Motor Europe Technical Center, profitieren beide Schwesternmarken des Konzerns: Sowohl Hyundai wie auch Kia. Dieser Tage stellte Kia dort zwei Richtung weisende technologische Neuerungen vor: ein neues Handschalter-Getriebe für eine Generation von 48-Volt-DieselmiltdHybriden und von der „UVO App.“ Die hat nichts mit unbekannten Flugzeugen zu tun, sondern ist das Kürzel für „Your Voice“, auf Deutsch also „Deine Stimme“. State of the art der Vernetzung und der Online-Dienste auf koreanisch sozusagen.

Zunächst zum Handschalter-Getriebe: IMT (Intelligent Manual Transmission)  oder intelligentes handgeschaltetes Getriebe nennt sich  die neueste Erfindung. Die reagiert, etwas ungewöhnlich  formuliert, nach dem Rod-Stewart-Prinzip: „I am sailing“. Ums sogenannte Segeln im Mildhybrid-Auto geht es nämlich. Das nämlich sollen jetzt die  48-Volt-Dieselmildhybriden mit Handschaltung der Kia Ceed Familie. Für so etwas musste man früher entweder einen Automaten oder ein Modell mit Doppelkupplung fahren.

Das in Rüsselsheim entwickelte System basiert auf einer elektronischen Kupplung ohne direkte hydraulische Verbindung zwischen Pedal und Kupplung. Nimmt der Fahrer den Fuß vom Gas, entkoppelt das System automatisch durch Öffnen der Kupplung den Verbrennungsmotor vom Getriebe, der daraufhin abgeschaltet wird. Daraus resultiert der sogenannte „Segelmodus“, der den völligen Kraftstoff-Verzicht bedeutet. Im Display erscheint sinnigerweise ein Bild  in Form eines Segelbootes. Tritt man  Gas-, Brems- oder Kupplungspedal wieder, aktiviert das auch das Antriebsaggregat.   Im  Eco-Modus soll das bis zu 125 km/h funktionieren und eine Spritersparnis von rund drei Prozent bewirken. .Das intelligente System gibt es  ab sofort bei den neuen 48-Volt-Diesel-Mildhybriden aller Ceed-Modelle.  Der 1,6-Liter ProCeed GT Line mit 48-Volt-Dieselmildhybrid iMT  ab 29.916 Euro erhältlich.

Zur UVO App: Sie ist das Who is Who der Vernetzung, nicht nur etwas für den IT-Nerd unter den Autofahrern. UVO  Connect beinhaltet den Echtzeit-Informationsservice Kia  Live.  Darauf kann  der Fahrer über das Navigationssystem zugreifen.  Die Zeiten, in den man den roten Shell-Atlas  mitführen musste, um as Ziel zu gelangen, sind längst vorüber, im digitalen Wunderland der Informationstechnik hat Kia diese Pfadfinder-Dienste jetzt noch einmal verfeinert.

So kombiniert die Funktion „Online-Navigation“ Cloud-basierte Echtzeit- und historische Verkehrsdaten für eine möglichst genaue Prognose des Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen Ankunftszeit. Die direkte Führung vom Auto zum endgültigen Ziel ist bis zu einem Radius von zwei Kilometern möglich. Sobald wir unser Fahrzeug abstellten, wurde eine Push-Benachrichtigung an die UVO-App auf unser  Smartphone geschickt.

Daraufhin wurde die Navigation lückenlos über  Google Maps vom Parkplatz bis ins  Ziel fortgesetzt. Wer will, und sich damit auskennt, kann  auch die erweiterte Realität (Augmented Reality, AR) zu Hilfe nehmen: Denn die Funktion „AR-Führung“ aktiviert die Smartphone-Kamera und blendet die Turn-by-Turn-Navigationshinweise direkt in die Kamerabilder ein. Schöne neue Navi-Welt. Man muss sie nur verstehen und auch mögen.

Mit der neuen  App-Funktion „Nutzerprofil-Transfer“ können per Handy die Fahrzeugeinstellungen inklusive Navigations-, Radio- und Bluetooth-Präferenzen überprüf , aber auch abgeändert werden. Das persönliche Nutzerprofil kann damit auch in der Cloud gesichert werden. Sie lässt sich von einem Fahrzeug auf ein anderes  Fahrzeug übertragen . Dasist vor allem bei Flottenfahrzeugen von Vorteil.

:Wenn das Fahrzeug von jemand anderem gefahren wird, kann der Besitzer es mit dieser Funktion orten, sich Fahrzeit, Fahrstrecke und Höchstgeschwindigkeit anzeigen lassen. Wem das etwas ungeheuerlich oder gar gefährlich erscheint: Man kann persönliche Daten wie die letzten Navigationsziele vor dem Zugriff unbefugter Personen schützen.