Mazda: Seit 100 Jahren wohltuend anders

Mazda feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Der kleine, aber immer wieder für Überraschungen sorgende japanische Autohersteller aus Hiroshima will sich auch in Zukunft in der Rolle als etwas anderer, innovativer Autobauer mit unkonventionellen Ideen und ebensolchen Fahrzeugen präsentieren und sich in dieser Rolle wohl fühlen. Noch gegen Ende des Monats stellt das Haus  mit dem MX-30 seinen ersten Vollstromer vor, glaubt aber auch weiterhin an die Optimierung des Verbrennungsmotors.

Mazda wird meist in erster Linie mit dem Wankelmotor, der bis 2012 in Fahrzeugen wie den Sportwagen RX-7 oder RX-8 eingesetzt wurde, in Verbindung gebracht. Doch die Japaner sind weit mehr als nur Verfechter und kommerzieller Wegbereiter des Prinzips der rotierenden Kolben. Ohne Mazda, das 1989 mit dem MX-5 für eine Sensation unter den Puristen des britischen Roadsters sorgte, gäbe es hierzulande schon lange keinen bezahlbaren zweisitzigen offenen Sportwagen mit jede Menge Fahrspaß mehr.

Vor 100 Jahren  begann der japanische Industrielle Jujiro Matsuda damit, aus einheimischen Pflanzen einen Korkersatz als Dichtungsmaterial herzustellen. Sein Unternehmen namens Toyo Cork Kogyo, stellte zehn Jahre später das erste motorisierte Lastendreirad vor. Ein Jahr darauf begann die Verbreitung des „Mazda-GO“. Die Serienproduktion des 1940 vorgestellten ersten Pkw-Prototypen scheiterte an Japans Eintritt in den zweiten Weltkrieg.

Doch die Geschichte war nicht mehr auf zu halten. Im Jahr 1960 folgte mit dem R360 Coupé der erste Mazda-Pkw. Und sieben Jahre darauf stellten die Japaner im Sportwagen Cosmo Sport 110 S  jene Technik vor, die bis heute untrennbar mit dem Namen des Unternehmens verbunden ist. Ein Fahrzeug, angetrieben von einem Motor, dessen Kolben sich nicht im Hub-Takt auf und nieder bewegten, sondern rotierten. Ein Zweischeiben-Wankelmotor. Der steht auch heute noch in erster Linie für den Namen dieses japanischen Autobauers.

Mazda, das durch seinen Sieg im Langstrecken-Klassiker von Le Mans 1991 im Wankelmotor-Sportwagen 787B Geschichte schrieb, steht aber für weit mehr als nur den Motor mit den rotierenden Kolben. Mazda war und ist Ideenschmiede, scheute sich auch nicht mit Dingen wie Portaltüren oder Allradlenkung im MX-6 herum zu experimentieren. Nicht alles aber war von Erfolg gekrönt. Versuche, mit dem Xedos 9 in die Oberklassen-Welt ein zu dringen, scheiterten krachend.

Der unkonventionelle  Autobauer aus dem von der Geschichte so furchtbar gebrandmarkten Hiroshima  will sich seine Identität auch für die Zukunft bewahren. Momentan verrichten n Mazda-Modellen sogenannte Skyactive-X-Motoren ihre Pflicht. Das sind hoch verdichtete Benziner mit Kompressionszündung. Und zu Hause in Japan arbeitet das Unternehmen mit der Hiroshima University an der Entwicklung eines synthetischen Gemischs aus Mikroalgen. Ein erneuerbarer Flüssig-Kraftstoff für eine nachhaltige CO2-Reduzierung.

Auf die nächsten 100 Jahre Mazda und das, was dabei wieder einmal an Überraschungen herauskommt, darf man jedenfalls schon mal gespannt sein.