Audi A1 allstreet: Premium in jeder Beziehung

Aus City-Carver wurde Allstreet. Das Auto aber blieb – zumindest vom Ansatz her – das Gleiche. Der kleine Audi A1 Sportback ist ein Stadtflitzer, der erstens richtig Laune macht und zweitens auch dort seine Vorzüge hat, wo es nicht nur zwischen Häuserschluchten, sondern auch auf dem flachen Land mit seinen vielen verwinkelten Land- und Kreisstraßen wie in der Region richtig vorwärts gehen soll.

Wer einen hochwertigen Kleinwagen im Premiumbereich sucht, der war bei den Ingolstädtern schon seit jeher an der richtigen Stelle und ist es mit dem A1 in der Variante Allstreet auch. Wobei die Konkurrenten aus Stuttgart und München in diesem Segment auch einiges an zu bieten haben. Seit dem Modelljahr 2023 hat Audi die Cross-Variante des auf SUV getrimmten Kleinwagens umgetauft. Und ist damit dem Beispiel anderer Hersteller gefolgt, die neben Limousinen, Kombis, Hatchbacks oder Coupés glaubten, plötzlich noch eine andere Karosserieform anbieten zu müssen. Auch beim A1 Allstreet gehören dazu eine höher gelegte Karosserie und damit eine höhere Sitzposition. Hinzu kommen die bei Cross-Varianten gewohnte robuste Optik mit beplankten Radhäusern, Schwellern und (angedeutetem) Unterbodenschutz. Alles optische Merkmale, die bei Autos aus Ingolstadt normalerweise die Bezeichnung „Allroad“ tragen.

Vom „Citycarver” hat der A1 Allstreet das um 35 Millimeter höhere Fahrwerk als beim A1 Sportback bekommen. Womit Federweg und Bodenfreiheit erheblich wachsen. Mit 1,48 Meter ist er fünf Zentimeter höher als der gewöhnliche A1. Vorn sitz man also rund fünf Zentimeter höher, hat dadurch eine bessere Sicht nach vorn. Die aber durch die massiven B- und C-Säulen wieder etwas limitiert wird. An Platz mangelt es dagegen in der vorderen Sitzreihe auch für großgewachsene Personen nicht. Das geht eher in die Richtung Mittelklasse als in die eines Kleinwagens.

Bei der Ergonomie des Cockpits gehört Audi nach wie vor zu den Top-Installateuren der Bedienungseinheiten. Ein serienmäßig verbautes digitales Kombiinstrument ist ebenso wie die Mittelkonsole Fahrer oder Fahrerin zugeneigt. Wodurch auch der Touchscreen des Infotainment-Systems “MMI Radio plus” passend und bedienungsfreundlich positioniert ist. Ein hoch aufragender 10-Zoll-Screen mit flacher Menüstruktur, sowie das Multifunktionslenkrad dominieren den Arbeitsplatz von Fahrer oder Fahrerin.

Neben der Sprachbedienung ist in der Ausstattungsvariante S-Line unseres Testwagens eine vollwertige Konnektivitäts-Ausstattung nebst Smartphone-Integrierung enthalten. Die Version S-Line bietet weiter Kontrastnähte mit einer Kombination aus Stoff und Kunstleder an. Das graue Einerlei des Cockpits wurde beim Testwagen mit einer frischen Farbe für Luftausströmer, Türen und Konsole des Mitteltunnels freundlicher gestaltet.

Mit einem Volumen von 335 Litern bietet der Kofferraum des Audi A1 Allstreet genügend Platz für den Alltag. Bei einer umgeklappten Rückbank kann man das Ladevolumen auf bis zu 1090 Liter erweitern. Womit genügend Stauraum für den wöchentlichen größeren übrig bleibt. Wie bei allen Autos aus Ingolstadt gefällt auch der A1 als Citycross-Variante mit einem dynamischen Design in Verbindung mit dem deutlich erkennbaren Offroad-Charakter.

Wer einen hochwertigen Kleinwagen mit sportlichem Charakter sucht, ist bei diesem Audi-Flitzer an der richtigen Stellen. Premium heißt aber auch Premium-Preis. Was auch für zahlreiche optionale Zusatzausstattungen gilt. Für das kommende Jahr wird das Produktionsende der Kleinwagenserie A1 erwartet. Der Hersteller will sich in Zukunft auf größere Modelle und Elektrofahrzeuge konzentrieren.

Der Audi A1 Allstreet ist in verschiedenen Motorisierungen erhältlich. Unser Testwagen war mit dem 150 PS starken Vierzylinder35 TFSI und 250 Nm Drehmoment ausgestattet. Der garantiert unter den gängigen Optionen den größten Fahrspaß. Übersetzt wird die Kraft mit Hilfe der bekannten 7-Gang S tronic. über die Vorderachse.

Als 35 TFSI ist der eigentlich als Kleinwagen konzipierte ehemalige Citycarver aber auch für die Langstrecke geeignet. Urahn ist eigentlich der Audi 50 der 1970er Jahre. Aber dazwischen liegen mittlerweile nicht nur optisch, sondern auch technisch und vor allem vom Fahrgefühl her Welten. Das Allstreet-Fahrwerk vereint Sportlichkeit und Komfort aber auch im Kurvengeschlängel der Land.- und Kreisstraßen unserer Heimat. Die gegenüber der Basisversion um einige Zentimeter höhere Karosserie macht aus dem A1 Allstreet zwar keinen Geländewagen, offeriert aber durchaus Multitasking-Fähigkeiten des Fahrzeugs.

Das adaptive Fahrwerk lässt sich je nach Anforderung oder persönlichem Geschmack entweder sportlich knackig oder doch eher komfortabel einstellen. Wer den Kompromiss zwischen Beidem sucht, ist mit der Schalterstellung „Auto“ am besten bedient sein. Fronttriebler-typisch neigt der A1 Allstreet ein wenig zum Untersteuern. Ist man im urbanen Bereich unterwegs, machen sich die Stöße kurzer Bodenwellen oder Fahrbahnfugen deutlich bemerkbar. Der höher gelegte Allstreet lässt aber auch in schnell passierten Kurven nichts an Fahrstabilität vermissen.

Dass Audi einem Fahrzeug mit dieser Ausrichtung keinen Quattro-Antrieb spendiert hat, erweist sich im Alltagsbetrieb als die richtige unternehmerische Entscheidung. Der hätte den ohnehin nicht gerade günstigen Einstiegspreis noch weiter nach oben getrieben. Und den Fahrspaß mit dem kleinen Flitzer als Citycrosser wie auch als Kurvenräuber über Land oder als Autobahn-Passant hätte er mit Sicherheit nicht noch positiv beeinflussen können. Geländewagen nein, aber Kleinwagen mit optischer Offroad-Anmutung und Fahrspaß ja. So ist der Audi A1 Allstreet am besten charakterisiert.

Technische Daten Audi A1 Allstreet S-Line

Ausführung:        5türiger Schrägheck-Kleinwagen

L / B /H:                   4,04 / 1,75 / 1,48 Meter

Gepäckraum:                       335 – 1090 Liter

Leer-und zul. Gewicht:          1303 / 1740 kg

Motor:            Reihen Vierzylinder Benziner

Leistung:           150 PS bei 5000 – 6000 min

Max. Drehm.: 250 Nm bei 1500 – 3500 min

Antriebsart:                                              Front

Höchstgeschwindigkeit:                  211 km/h

Getriebe:                                7-Gang S-tronic

Verbrauch:                                6,4 L / 100 km

CO2-Emission:                                  144 g/km

Preis:                                        ab 30.250 Euro

Text und Fotos: Charlys Autos: