Jeep gibt Gas: vier neue Modelle bis 20230

1941, vor 85 Jahren also, auf den Markt gekommen, als das US-Militär leichte Aufklärungsfahrzeuge für das Kriegsgeschehen ausschrieb, steht wohl kein anderes Fahrzeug mehr für Abenteuerlust, Geländetauglichkeit und Robustheit als das Auto mit den sieben Längsstreben im Kühlergrill: Der Jeep. Derzeit nur mit zwei Modellen, dem kompakten Avenger und dem größeren Compass bei uns vertreten, hat die US-Kultmarke im Stellantiskonzern in den nächsten Jahren jedoch viel vor. Bis 2030 sollen vier weitere Baureihen eingeführt werden.

Den Avenger gibt es derzeit entweder mit Hybridantrieb oder als vollelektrisches Fahrzeug. Der größere Compass, seit dem Herbst des vergangenen Jahres neu erhältlich, ist ebenfalls als Vollelektriker (BEV = battery electric vehicle), aber auch als Plug-in oder Mildhybrid zu haben. Mittlerweile ist die dritte Generation des 2006 eingeführten Jeep Compass erhältlich. Erstmals auch als Vollelektriker Und das in gleich drei Versionen. Zweimal als Fronttriebler mit 213 und 231 PS. Dazu die Allrad-angetriebene Top-Variante, bei der ein zweiter zusätzlicher Heckmotor eine Gesamtleistung von 375 PS erzeugt.

Jeep hat sein Angebot aus mehreren Gründen selbst reduziert, ist jetzt aber dabei, den sogenannten „Turnaround“ zu schaffen. Der kleinere, kernige Wrangler, oft als der eigentliche Jeep angesehen, wurde sukzessive aus dem Programm genommen, weil er die strengen US-Abgasvorschriften und die neuen europäischen Sicherheitsrichtlinie wirtschaftlich nicht mehr erfüllen konnte.  Das gesamte Konzept hätte umfassend überarbeitet werden müssen, um auf dem alten Kontinent in diesem Segment gegen die Konkurrenz bestehen zu können.

Beim derzeitigen Status Quo soll es jedoch nicht bleiben. Der Wrangler, der hierzulande einen großen Freundeskreis hatte und wohl immer noch hat, soll in einer neuen Konzeption nach den gültigen Abgas- und Sicherheitsvorgaben wieder zu seinen Fans bei uns zurückkehren. Wann das sein wird, ist noch nicht absehbar. Das gleiche Schicksal wie dem Wrangler wurde übrigens auch dem kleineren Renegade zuteil, der noch auf einer veralteten Fiat-Plattform aufbaute, die nicht mehr weiter entwickelt wurde.

Seitdem Jeep zu Stellantis gehört, wird aber an der Zukunftskonzeption der US-Kultmarke gearbeitet. Jeep wurde innerhalb des Konzerns zu einer der vier globalen Marken aufgewertet, was sich in der kurz- bis mittelfristigen Weiterentwicklung bemerkbar macht. Mit Beginn des kommenden Jahres will man den Recon einführen, auf dem hiesigen Markt wohl erst im weiteren Verlauf des Jahres. Als vollelektrischer Geländewagen mit Trail-Einstufung und als Offroad-SUV. Werkzeuglos abnehmbare Türen, Drehtürglas und hintere Seitenscheibe sollen aus dem 650 PS starken Recon sollen spezielle Merkmale sein.

Neben dem Recon sollen, so ist es geplant, ein kompaktes und ein großes SUV im D-Segment in der Nachfolge des Grand Cherokee die Angebotspalette weiter ausweiten. 2030 soll Jeep dann insgesamt vier verschiedene Modelle auf dem europäischen Markt im Portfolio haben. Damit will der Hersteller dann nach eigenen Angaben etwa 90 Prozent der SUV abdecken. Jeep hofft zudem, mit diesem vollständigen Revirement seines Angebotes auch im Flottengeschäft erfolgreicher zu sein, als das bisher der Fall war.

Wie andere Hersteller das mittlerweile auch praktizieren, hat sich Jeep für das SUV im D-Segment einen chinesischen Partner ausgesucht. In diesem Fall ist es mit Dongfeng einer der größten staatlichen Automobil und Nutzfahrzeughersteller. Chinas, der seinen Sitz in Wuhan hat. Das Fahrzeug soll in China für den europäischen Markt produziert werden und dabei auch auf einer Plattform aufbauen, die sowohl für den Elektroantrieb wie auch für Verbrennungsmotoren ausgelegt Jeep betont, dass es sich dabei um ein globales Projekt handele. Angeboten werden soll das Modell sowohl in China, vor allem aber auf dem europäischen Markt.

Text: Charlys Autos / Fotos: Dani Heyne