Kia K4: Unterwegs mit dem Ceed-Nacholger

Jahrelang war der Ceed der “Kassenschlager“ im Kompaktwagenprogramm des Hauses Kia. Nachdem Dieser aus dem Programm genommen wurde, wenden sich die Koreaner jetzt mit dem K4 an alle Autofahrerinnen und Fahrer, die noch ein Fahrzeug dieses Segmentes mit einem Verbrennungsmotor fahren möchten. Wir haben den K4 1.6 T-GDI bereits einem ausführlichen Test bis an die Küste nach Jütland unterzogen.

Kaum ein Autobauer ist derzeit so aktiv bei der Um- und Ausgestaltung seines Modellprogramms wie Kia. Mit ihren neuen Stromern, angefangen von EV2, über EV4, EV5 und PV5, mischen die Koreaner den Markt ganz gehörig auf und spielen in jedem Segment, das sie besetzt haben ein deutlich hör- und sichtbares Instrument im Konzert der Bestseller. Bei den vollelektrischen Angeboten bleibt es aber nicht. Während der konventionelle Crossover XCeed weiter angeboten wird, hat Kia den Lebenszyklus des Ceed beendet und ihn durch den K4 ersetzt. Weil klassische Kompaktwagen immer noch ein Renner sind und mit modernster Antriebstechnik die Emissions-Vorgaben auch nicht versauen.

Im Vergleich zum Ceed hat der K4 deutlich an Länge zugelegt. Er bietet vor allem das, was die Kunden auch am Vorgänger geschätzt haben: Jede Menge Platz bei überschaubaren Ausmaßen. 4,44 Meter Länge und 1,85 Meter Breite finden überall noch einen Parkplatz, bieten dank des intelligenten Zusammenspiels von Kofferraum und Sitzplätzen bei umgeklappten Rücksitzen aber auch genügend Raum, um mehr als nur den Wocheneinkauf zu erledigen. Denn auch für das überschaubare Urlaubsgepäck reicht das Angebot des K4 allemal.

Vor allem im Fond macht sich der gewachsene Innenraum besonders positiv bemerkbar. Während der Einstieg durch breite Türen erleichtert wird, haben auch große Personen mit etwa 1,90 Meter Gardemaß und noch ein paar Zentimetern mehr erstaunlich viel Bein- und Kopffreiheit. Dachbox oder Dach-Fahrradträger entfallen allerdings, da keine Dachlast zulässig ist. Allerdings darf der Kia K4 bis zu 1410 Kilogramm gebremst an den Haken nehmen.

Das Cockpit gefällt mit zwei 12,3 Zoll großen Displays für Infotainment und Instrumente sowie einem kleineren 5,3 Zoll großen Display, über das die Klimaanlage bedient wird. Was den Autor bei der Vielzahl der zu kritisierenden Fahrzeuge immer noch freut, ist die Vorliebe des jeweiligen Herstellers für die Verwendung klassischer Tasten und Schalter. Das mag von Fall zu Fall verschieden sein und auch eine logische und nachvollziehbare Slide-Technik hat ihre Vorzüge. Leider allzu oft muss man sich aber durch Untermenüs „hindurchwischen“, was nervig ist. Vielleicht ist es aber auch einfach nur Gewohnheit und Nostalgie, wenn der konventionellen Vorgehensweise ein Strauß geflochten wird.

Das Handy lässt sich via Apple CarPlay und Android Auto anbinden. Updates für das Kia-System werden „over the air“ erledigt. Heißt also, über Mobilfunk und man muss dafür nicht in die Werkstatt fahren. Ausstattungsbedingt sind das kabellose Laden oder auch ein Sprachassistent mit dabei. Zudem kann man das Fahrzeug mit einem digitalen Schlüssel öffnen und starten. Die Auswahl von Assistenzsystemen ist äußerst umfangreich. Adaptiver Tempomat, Spurwechsel- und Autobahnassistent, Totwinkelassistent, Querverkehrswarner: Das ist alles vom Feinsten, was die Sicherheit der Passagiere angeht.

Während die Basisversion des Kia K4 bereits ab 28.890 Euro zu haben ist, kommt unser Testfahrzeug in der Ausstattung 1.6 T-GDI auf 38.260 Euro. Inklusive Extras.

Technische Daten Kia K4 1.6 T-GDI

Ausführung:                                    fünfsitziger Kompaktwagen

L / B /H:                                            4,44 / 1,85 / 1,43 Meter

Kofferraum:                                     438 – 1271 Liter

Leergewicht / Zuladung:               1487 / 453 KG

Motor:                                               Vierzylinder Turbo-Benziner

Systemleistung:                               150 PS

Antrieb:                                            Vorderrad

Höchstgeschwindigkeit:                 205 km/h

Getriebe:                                          Doppelkupplung

CO2-Wert (WLTO)                          155 g/ km

Verbrauch (eigen)                           6,5 Liter / 100 km

Garantie:                                          7 Jahre / 150.000 km

Preis (Vision / Spirit / GT-Line)     34.290 / 35.890 / 37.290 €

Text: Charlys Autos / Fotos: art-pic