
Wo sich früher einmal Limousinen, Kombis, Hatchbacks, Cabriolets, Kleinstwagen und auch kompakte Nutzfahrzeuge als „daily“ auf unseren Straßen tummelten, da hat sich im Lauf der Zeit oftmals – so hat es den Anschein – ein Einheitsbrei aus den Designer-Ideenwerkstätten herausgebildet. Aber ist denn wirklich alles nur SUV, was sich da zwischen unseren Häusern, auf den Kreis- und Landstraßen, den Autobahnen bewegt? Vom Mini-Crossover bis hin zum dreiviertel Geländewagen mit hohem Einstieg, Allrad, Unterbodenschutz und mehr?

Von wegen, es gibt ihn noch, den Kombi alter Prägung. Mit viel Platz für Mensch und Material. Und beileibe nicht nur als lieblos angeflanschtes Heckabteil, sondern mit vielen Detailarbeiten am Blechkleid, die aus dem Auto nicht nur einen Alltagsbegleiter mit viel Nutzen, sondern auch ein ansehnliches Teil für den Asphalt-Catwalk machen. Zum Beispiel den Peugeot 308 SW GT.

In seiner dritten Generation zeigt der Franzosen-Kombi Peugeot viel mehr Gesicht als die Vorgänger-Generationen. Das optisch ansprechende Facelift mit 16 zusätzlichen vertikalen Lichtstreifen sticht direkt ins Auge, wirkt erfrischend und sportlich.. Die Front mit dem unterhalb des beleuchteten Markenlogos angebrachten Radarsensor wirkt flotter und moderner. Während die Heckleuchten ausnahmslos in LED ausgeführt werden, bleibt der dynamische Blinker der GT-Ausstattung unseres Testwagens für die geschärften Krallen vorbehalten.

Der 308 SW ist das beste Beispiel für die These, dass immer noch, oder sogar immer mehr, Autofahrer und Fahrerinnen den Kombi der Limousine vorziehen. Trotz gelungener optischer Eingriffe bleiben, Länge, Breite, Höhe und Kofferraum unverändert: 551 bis 1449 Liter Stauraum machen aus dem Peugeot-Mittelklässler ein Auto für Menschen, die den Nutzwert eines Kombis zu schätzen wissen.

Im Innenraum fällt neben den hochwertigen und ergonomisch sinnvoll angebrachten Ausstattungsdetails das Peugeot-eigene abgeflachte und sehr griffige tiefe Lenkrad unterhalb des digitalen i-Cockpits auf. Ein gut ablesbares 3D-Kombiinstrument informiert über notwendige Infos. Fürs Klima gibt es immer noch eine eigene Taste oder es geht via eines der fei belegbaren i-Toggles.

Der 135 PS starke Hybrid 145 Motor kombiniert einen 1,2 Liter großen Dreizylinder mit der selbst ladenden Hybridunterstützung. Summa summarum ergeben sich bei dem Mildhybrid damit 145 PS und 230 Newtonmeter Systemdrehmoment. Die 48-Volt-Batterie lädt sich während der Fahrt auf, wodurch der Kraftstoffverbrauch um bis zu 15 Prozent gesenkt wird. Im heimischen Umfeld können kürzere Strecken bei niedriger Geschwindigkeit auch rein elektrisch zurückgelegt werden.

Zum Fahrbetrieb: Selten haben wir eine so gut gedämmte Maschine mit nur drei „Pötten, die sich nie überfordert anhört, erlebt. Dank des adaptiv schaltenden 6Gang-Doppelkupplungsgetriebes bleiben die Drehzahlen niedrig. Auch mit jede Menge Gepäck an Bord sind keine Übersteuerungstendenzen in flotten Überlandstraßenkurven erkennbar. Und wer sich doch lieber mit der „Limo“ anfreunden möchte: Der Aufpreis für den Kombi beträgt etwa 1.100 Euro gegenüber der Schrägheckversion.

Die GT-Ausstattung unseres Testwagens ist mit jeder Menge elektronischer „Heinzelmännchen“, wie ACC oder drive assist ausgestattet. Darunter gibt es noch die Ausstattungsvarianten Style und Allure. Das Fahrverhalten des kompakten Kombis lässt also im Vergleich zur Limousine keine Wünsche offen. Und die wirklich gelungenen Verschönerungsmaßnahmen am Blechkleid favorisieren zumindest unserer Meinung nach diese Karosserieversion des französischen Mittelklassemodells zusätzlich.

Technische Daten Peugeot 308 SW Hybrid 145 GT
Ausführung: fünfsitziger Kombi

L / B /H: 4,64 / 1,85 / 1,44 Meter
Radstand: 2,73 Meter
Kofferraumvolumen: 551 bis 1449 Liter
Leergewicht: 1510 kg
Zul. Höchstgewicht: 2010 kg
Motor: 3-Zylinder Benziner mit Hybridunterstützung
Leistung 135 PS
Systemleistung: 145 PS
Drehmoment: 230 Nm
Antrieb: Front
Getriebe: AT Doppelkupplung
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Verbrauch: 5,1 Liter / 100 km (WLTP)
Grundpreis: ab 40.700 Euro

Text: Charlys Autos / Fotos: Matthias Elwert, Dennis Weber

