
Keine andere zweite Marke, das französische Pendant DS en detail ausgenommen, steht so sehr für Exklusivität im Stellantis-Konzern wie die italienische Traditionsmarke Alfa Romeo. Während der Nachfolger der legendären „déesse“ jedoch vor allem Lifestyle und Luxus offenbart, ist Alfa alleine schon aufgrund seiner langen Firmengeschichte mit zahlreichen Erfolgen auf den Rennstrecken dieser Welt die sportliche Vorzeigemarke im Konzern. Leider viel zu selten hielten die Verkaufszahlen den Emotionen der Marke mit dem legendären Kühlergrill „Scudetto“ stand.

Auf dem TRIWO-Testcenter in Pferdsfeld im Hunsrück offenbarte die ikonische italienische Marke mit dem Kreuz und der Schlange im Schild vor kurzem ihre Zukunftsstrategien und bot Gelegenheit zu diversen Testfahrten in der Region beim „Giornata dell‘ Alfa Romeo“. Im Rahmen der Stellantis-Strategie „Fastlane 2030“ gewährt der italienische Autobauer einen vagen Blick hinter die Kulissen, wie man Anspruch und Wirklichkeit auf dem Markt miteinander in Einklang bringen will. Dafür will man in den kommenden Jahren gezielt an der hauseigenen Palette arbeiten. Modellpolitische Änderungen, bei denen globale Konzernplattformen im Fokus stehen, sollen das Produkt künftig wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

Als Nachfolger der Giulietta soll ein Fließheckmodell die Erwartungen im C-Segment erfüllen. Außerdem ist im Kompaktsegment ein weiteres SUV geplant. Beide Modelle sollen auf der Multi-Energy-Plattform des Stellantis-Konzerns stehen. Der geplante kompakte Fünftürer soll an die einst so erfolgreichen Baureihen wie 147 und Giulietta anknüpfen. Seine Aufgabe: Hochaktuelle Technologien mit der für das Haus Alfa Romeo markentypischen Fahrdynamik verbinden und eine Brücke zur Historie schlagen.

Auf jeden Fall noch bis zum kommenden Jahr werden das SUV Stelvio und die attraktive Giulia weiter produziert. Inklusive der beiden dazugehörenden hochpreisigen und leistungsstarken Quadrifoglio-Baureihen. Alfa benutzt dazu in einer Pressemitteilung den Begriff eines „pragmatischen Ansatzes“, um „den Übergang zu neuen Antriebstechnologien mit Kundenwünschen und dem Markenerbe in Einklang zu bringen.“

Wie es danach um diese beiden Modellreihen bestellt sein wird, dazu gibt es aus dem Alfa-Romeo-Management noch keine bindenden Aussagen. Vage bestätigt wurde bisher nur, dass „Nachfolger oder neue Interpretationen“ der beiden Baureihen auf Basis der flexibel nutzbaren Konzernplattformen geprüft würden. Die Besetzung des D-Segmentes durch die italienische Traditionsmarke bleibt also vorerst noch im Dunkeln.

Der kleinere Junior bleibt in all seinen Antriebsvarianten weiterhin als das Einstiegsmodell der Marke auf dem Markt. Er soll der Marke neue, jüngere und vielleicht nicht ganz so solvente Kundengruppen bescheren und im Lauf seines Modellzyklus auch noch ein Update erhalten. Als globales Kernmodell soll auch der unterhalb des Stelvio angesiedelte Tonale erhalten bleiben. Alfa Romeo spricht von mehr als 100.000 Einheiten des Kompakt-SUV’s, die bisher produziert wurden.

Ein besonderes Kleinod und bella Italia in Reinkultur ist der Supersportwagen 33 Stradale. Er soll an die gleichnamige Rennsportlegende aus dem Jahr 1967 erinnern. Das in einer streng limitierten Auflage von 33 Exemplaren angefertigte Prachtstück soll wegweisend für weitere besonders hochpreisige und seltene Sonderstücke der Manufaktur „Bottega Fuoriserie“ sein. Dort bündeln Alfa Romeo und Maserati ihre Kompetenzen für exklusive Kleinserien, Individualisierung, Motorsport und Restaurierung. Gemeinsam mit weiteren italienischen Partnern ist man bestrebt, neue Lösungen in den Bereichen Aerodynamik, Antrieb und Fahrwerksentwicklung zu suchen.

An Emotionen soll es in Zukunft bei Alfa Romeo auch weiterhin nicht fehlen. In den Einstiegsmodellen genauso wie in den sündhaft teuren Kleinserien.

Text und Fotos: Charlys Autos
