Plug-In, Power, Pep: Was dem neuen Opel Astra gut tut

Der Opel Astra, und zuvor über Jahre und Jahrzehnte hinweg der Kadett, beide galten immer als der gesetzte Herausforderer des Volkswagen Golf. Als Plug-in-Hybrid („Stecker“) hat der Rüsselsheimer im vergangenen Jahr einen größeren Stromspeicher bekommen, bevor ihm vor kurzem ein leichtes Facelift angediehen wurde. Was bewirkt das bei dem Kompaktklasse-Fahrzeug und wie wirkt er heute? Wir sind ihn über zwei Wochen in der Region gefahren.

Opel hat sich stetig, aber nicht überhastet zu einem Autobauer entwickelt, der mit mutigem Design statt althergebrachter Biedermann-Karosserie aufwartet. Beim aktuellen, leicht erfrischten Astra, wird das besonders deutlich. Dominierende Front, beleuchteter Blitz, mehr LED. Das macht Opels ständigen Golf-Kontrahenten prägnanter. Nicht nur dem Wolfsburger Klassenfeind, sondern auch etlichen Importeurs-Antipoden gegenüber. Dass der auf 196 PS gesteigerte Antrieb, die Begehrlichkeiten am neuen Astra zusätzlich weckt, hat ihn nicht nur in den Augen vieler Opelaner noch einmal besonders in den Fokus gerückt.

Trotz retuschierender Überarbeitungen hat sich am Platzangebot des 4,39 Meter langen Astra nichts geändert. Auch groß gewachsene Personen finden bei bequemer Stellung der AGR-zertifizierten Sitze immer noch genügend Platz, um Kopf, Knie, Beine und Schultern aus zu strecken. Der Kofferraum von 310 bis 1236 Litern ist sogar noch etwas größer als beim Golf. In punkto Bedienung gefällt uns, dass Opel neben dem üblichen Touchscreen und der Sprachbedienung auch auf konventionelle Schalt und Drehregler nicht verzichtet hat. Ewa bei der Lautstärkenregelung  oder einer zusätzlichen Bedienleiste für die Klimatisierung.

An Assistenzsystemen, die nicht durch überlautes Piepsen beim geringsten Anlass oder beim Eingriff in die Lenkrad-Manövrierung auf sich aufmerksam machen, fehlt es nicht. Einige davon, wie etwa das Tech-Paket mit adaptiven Matrix-LED-Scheinwerfern, Querverkehrswarner, sind allerdings Ausstattungsabhängig optional und somit kostenpflichtig.

Der Plug-In mit 196 PS Systemleistung (Vorgänger 180) ist der derzeit stärkste Astra. Ein 1,6-Liter-Vierzylinder Benziner mit 150 PS sowie die 125 PS starke E-Maschine stellen im Duett bis zu 360 Newtonmeter Drehmoment bereit. Geht man davon aus, dass ein Opel Astra, gleich mit welcher Motorisierung, kein Sportwagen sein soll, ist man von der lebhaften Drehfreudigkeit und den daraus resultierenden Fahrleistungen positiv überrascht. 225 km/h Höchstgeschwindigkeit (elektrisch 135) und 7,2 Sekunden von Null auf 100 sind sehr akzeptable Werte.

Technische Daten Opel Astra Plug-In Hybrid

Ausführung:                   fünfsitzige Kompaktlimousine

L / B /H:                                    4,37 / 1,86 / 1,47 Meter

Leergewicht / Zuladung:                        1682 / 438 Kilo

Kofferraumvolumen:                            310 – 1236 Liter

Motor-Art:                                                  Plug-In-Hybrid

Verbrenner:                              1,6 Liter Turbo / 196 PS

Antriebsart:                                                                Front

Höchstgeschwindigkeit:                                    225 km/h

Reichweite elektrisch:                                             84 km

CO2-Wert kombiniert:                                         48 g/km

Batteriekapazität: (brutto)                               17,0 kWh

Basispreis:                                                       38.990 Euro

Text: Charlys Autos / Fotos: Alexander Krist