Mit dem Kia Stonic bei der Tour de France unterwegs

Lange Jahre war Kia mit dem Rio in der Kompaktwagenklasse vertreten. Nach dessen Aus sind die Koreaner nun mit dem frontgetriebenen Stonic auf dem Markt. Das SUV aus dem B-Segment weist eine erst vor Kurzem erneuerte markante Optik auf. Wir waren mit dem 4,81 Meter langen frontgetriebenen Viertürer in diesem Jahr in Frankreich in der Ausstattung Spirit unterwegs. Auf den vielfältigen und unterschiedlichen routes nationales und Seitensträßchen, die zum Streckenprofil der Tour de France gehören.

Wer kein Freund von digiater Technik, von Menüs und Untermenüs ist, der wird sich mit dem Kia Stonic recht bald anfreunden. Das Interieur ist konventionell auf praktische Vorzüge abgestimmt und bietet jede Menge Platz. Vor allem der Raum für die Füße ist exorbitant hoch. Hinten mag es für die Mitfahrenden auch wegen der engen Türausschnitte dagegen etwas unbequem sein. Die zweiteilige Rückbank bietet jedoch auch viele Vorzüge. Das ist dann ein Vorteil, wenn man wie wir im Berichtszeitraum ausschließlich allein unterwegs war und vor allem den Kofferraum mit Klamotten, Laptops, Fotausrüstung, etc. für unterwegs nutzte.

Der Stauraum hinten ist ordentlich bemessen, die Ladekante ist auch nicht zu hoch, sodass das häufige Be- und Entladen während der Tour kein Problem darstellte. Die Hybridbatterie unter dem Laderaumboden kostet zwar etwas Platz. Viele Funktionen lassen sich über Tasten anwählen. Der Kia Stonic ist beileibe nicht auf Offroad-Optik getrimmt. Also keine überflüssigen Beplankungen, keine ausgestellten Radhäuser, kein massiver Kühlergrill.

Es gibt aber jede Menge Ablagen, Getränkehalter und ähnliche praktische Details. Genauso wie eine induktive Ladeschale in der Mittelkonsole. Das zweifach verstellbare Lenkrad ermöglicht eine passende Position am griffigen Volant sehr leicht. Den Starterknopf hat Kia beim Stonic nicht wie bei anderen Fahrzeugen der Modellpalette irgendwo hinter dem Lenkrad versteckt. Das Navigationssystem unserer Ausstattungslinie funktioniert auch mit Sprachsteuerung ausgezeichnet. Die Zielführung ist auf dem räumlich angemessenen Display sehr gut dargestellt. Die Ausstattungs „Spirit“ unseres Testwagens lässt so gut wie keine Wünsche offen.

Zehn Prozent mehr an Leistung hat Kia dem Stonic gegenüber dem Vorgänger gegönnt. Das macht das 115-PS-Auto zwar nicht zum Sportler, aber der aufgeladene Dreizylinder ist durchaus munter unterwegs, wenn er genügend Drehzahl bekommt. Die elektrische Unterstützung macht sich vor allem beim Anfahren bemerkbar. Und der Segelmodus im Stonic Mildhybrid spart Kraftstoff, indem er den Motor beim Rollen vom Gas nimmt oder komplett abschaltet.

Nicht alleine die Aufladung durch den Abgasturbo, sondern auch der Startergenerator, der mit einem Treibriemen mit der Kurbelwelle verbunden ist, trägt zu einem munteren Fahrvergnügen bei. Gespeist wird er von einer 0,44 kWh 48-Volt- Batterie. Das Doppelkupplungsgetriebe sorgt für sanfte und ruckfreie Gangwechsel und damit auch zu einem harmonischen Fahrgefühl. Die Lenkung meldet sich spontan und direkt, der frontgetriebene Stonic lässt sich somit willig und schwungvoll in weit ausladende Kurven ziehen.

Das Fahrprofil während unserer Begleitung der Frankreich-Rundfahrt war sehr unterschiedlich. Mal sehr lange Verbindungsetappen über die Autobahn, dann wieder kurze, winklige Teilstücke im Gebirge mit vielen Bergab- und Bergauf-Passagen. Wir kamen dabei auf einen Verbrauch von 5,5 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern. Ein unter diesen Umständen respektabler Wert. Die Fahrwerksabstimmung ist gelungen, der Stonic poltert nicht durch Quer- oder Längsfugen. Und auch, wenn wir bei schwungvoller Fahrt mit dem gesamten Tross mal hart bremsen und wieder beschleunigen mussten, „muckte“ unser Testfahrzeug nicht auf.

Im ansonsten vorwiegend auf vollelektrische Angebote ausgerichteten Portfolio des koreanischen Herstellers ist der Stonic eine willkommene Alternative für Menschen mit einem Budget, das genau das ermöglicht, was für den Alltagsbetrieb gefordert ist: Komplette Ausstattung, aber nix Übertriebenes. Hinzu kommt noch die ungewohnt lange Garantiezeit von sieben Jahren, die bei vielen unentschlossenen Käufern ein Argument ist.

Technische Daten Kia Stonic 1.0 T-GDI 48 V Spirit

Ausführung: fünfsitziges Crossover

L / B /H: 4,18 / 1,76 / 1,52 Meter

Radstand: 2,58 Meter

Motor: 3Zylinder Benziner

Leistung: 115 PS

Hubraum: 998 ccm

Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h

Verbrauch: 5,5 Liter auf 100 km

CO2-Emissionen: 128 g/km

Grundpreis: 29.590 Euro

Testwagenpreis: 31.070 Euro

Text und Fotos: Charlys Autos