Mit dem Familien-SUV Bigster setzt Dacia unbeirrt seinen Weg fort und der kennt nur eine Richtung: nach oben. Längst steht die rumänische Renault-Tochter nicht mehr für das Prädikat „Billigheimer“, sondern verkauft sich geschickt zunehmend als die Abenteuermarke schlechthin. Der wohlproportionierte und in seiner Linienführung klar strukturierte „Große Bruder“ vom Duster, der „Bigster“ ist dafür das beste Beispiel. Wir fuhren ihn in der Version Hybrid 155 Journey.

Und wie das unter Geschwistern so üblich ist, soll die Familiengeschichte weiter geschrieben werden. Wobei den Marketing-Strategen des Hauses mit dem Begriff „Bigster“ ein geradezu genialer Coup gelungen ist. Das englische „big“ weist auf die entsprechende deutsche Formulierung „groß“ hin. Und da Dacia seine Pressefahrzeuge dieses Segmentes auch noch in Berlin zulässt, und dem „B“ stets ein „ig“ folgen lässt, ist die Aufmerksamkeit auf den Straßen schon einmal garantiert. Clever.
Aber damit ist es ja nun einmal nicht getan. Was macht den Bigster so begehrlich im C-Segment, in dem die Marke damit zum ersten Mal antritt? OK: Immerhin ist er mit fast 4,60 Meter um rund zehn Zentimeter größer als der Klassenprimus VW Tiguan. Und wo wir schon beim Thema Größenordnung sind: Den 490 bis 1650 Liter Stauraum des Wolfsburgers setzt der Bigster fast schon phänomenale 667 bis 1937 entgegen.
Wegen dieser Vorzüge alleine aber würde sich niemand für dieses Fahrzeug interessieren. Wohl aber wegen des Umstandes, dass Dacia sich seiner Wurzeln und seiner Herkunft immer noch bewusst ist. Und dass man jede Menge Ausstattung zwar für nicht gerade kleines Geld, aber für eine sehr akzeptable Summe im Vergleich zur Konkurrenz bietet. In dem von uns gefahrenen Ausstattungsniveau Journey, unter anderem mit 18-Zoll Leichtmetallrändern, einer elektrischen Heckklappe. Einem digitalen 10-Zoll-Fahrinfodisplay in Farbe, elektrischem Fahrersitz, und Multimediasystem inklusive Connected Navigation wird das besonders deutlich. Beim Hybrid 155 kommen noch ein adaptiver Tempolimit, sowie eine hohe Mittelkonsole mit Becherhalter und gekühltem Staufach hinzu.

Hinzu kommen Assistenzsysteme wie ein adaptiver Tempomat, eine Verkehrszeichen-Erkennung, Spurhalte- und Spurwechsel-Assistenten. Außerdem gibt es eine autonome Vollbremsung, wenn Kollisionen mit anderen Autos, Radfahrern oder Fußgängern drohen. Wem das alles zuviel ist, und wer möchte, der kann aber einen Teil dieser Assis mittels einer konfigurierbaren Taste auch abschalten. Der Clou bei unserem Testwagen war jedoch eine Option mit Namen Sleep Pack. Das ist ein herausnehmbares Doppelbett der Größe 1,9 x 1,3 Meter mit einer dazugehörigen Staubox.
Apropos Staubox: Im gesamten Innenraum, sagt der Hersteller, soll es Ablagen mit einem Volumen von 38,8 Litern geben. Was praktische Dinge angeht, da lässt sich die rumänische Renault-Tochter nun wirklich von keinem anderen Konkurrenten etwas vormachen. Dazu gehören neben dem VW Tiguan auch noch der Opel Grandland oder der Skoda Kodiaq. Allerdings stellt sich dabei auch die Frage, ob man des Guten nicht ein wenig zu viel getan hat. Denn die wuchtige Mittelkonsole dominiert den vorderen Fußraum doch arg und als Fahrer empfindet man dies für das rechte Bein als nicht gerade komfortabel. Zumal auch die Beinauflagefläche unserer Meinung nach etwas größer sein könnte.

Technische Daten Dacia Bigster hybrid 155 Journey
Ausführung: fünfsitziges Kompakt-SUV
L / B / H: 4,57 / 1,81 / 1,67 Meter
Leergewicht: 1494 kg
Zuladung: 1940 kg
Kofferraumvolumen: 546 – 1851 Liter
Motor: Hybrid-Benziner
Systemleistung 155 PS
Hubraum: 1799 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Antriebsart: Front
Verbrauch WLTP 5,2 Liter
CO2-Emissionen: 106 g/km
Preis: 30.790 Euro
Text: Charlys Autos: ( Bilder: Matthias Elwert
