
Der X-Trail ist seit 2001 ein Dauerbrenner bei Nissan und mittlerweile in seiner vierten Generation erhältlich. Der japanische Autobauer geht beim Antrieb eigene Wege und hat sowohl den Crossover Qashqai wie auch den wuchtigen SUV X-Trail mit einer besonderen Variante ausgestattet: Der e-Power ist quasi eine Art Zwischenlösung auf dem Weg zum reinen Stromer. Ein Fahrzeug, das gemeinsam von einem aufgeladenen Dreizylinder-Benziner und von Elektromotoren bewegt wird und vor allem eines ausschließt: Reichweitenangst. Wir fuhren den X-Trail e-power als Allrad-Variante e-4ORCE in der Ausstattungsversion N-Trek.
Ein Elektro-Auto, das man tankt und nicht auflädt? Gibt es. Der Nissan X-Trail e-Power, vor fast einem viertel Jahrhundert als Familien-SUV mit Abenteuerlust und Vielseitigkeit konzipiert, gefällt mit klare Linien und einem markanten Front-Design und V-Motion Grill. Die wuchtigen Radhäuser erinnern an den ersten X-Trail aus dem Jahr 2001 und betonen den Offroad-Charakter des großen SUV.

Im Innenraum wirkt der X-Trail in seiner vierten Generation mit hochwertigen Materialien und guter Verarbeitung einladend und aufgeräumt. Er spart nicht mit Ablageflächen, die Sitzen bieten guten Seitenhalt und außerordentliche Auflagefläche. Ein zweifarbiges Design ist auf Wunsch erhältlich. Innenraum und Cockpit gefallen mit intuitiv bedienbaren Drehschalter und Tasten und wirken nicht digital überfrachtet.
Der X-Trail ist auch als Siebensitzer erhältlich, allerdings sind die beiden Sitzgelegenheiten im Heck bestenfalls für Kinder gedacht. Nissan selbst gibt eine Größe von 1,60 Meter an und lässt sich diese zusätzliche Ausstattung 800 Euro kosten. Das Fassungsvermögen des Kofferraums reicht von 575 bis 1396 Litern und lässt sich in der von uns gefahrenen Ausstattungsversion N-Trek elektrisch öffnen und schließen

Technisches Herzstück des Nissan X-Trail e-power ist jedoch dessen Antrieb, bei dem der konventionelle Dreizylinder-Benziner als Generator fungiert und die Energie für die beiden Elektromaschinen des Allradlers e-4ORCE generiert. Während der Verbrenner auf 158 PS bei 4600 U/min kommt, stellen die beiden Elektromotoren 204 PS (Vorderachse) und 136 PS (Hinterachse) bereit. Dergestalt ergibt sich eine maximale Systemleistung von 213 PS. Eine Ladebuchse gibt es also nicht, statt dessen einen Tankstutzen für das Superbenzin
Was sich so einfach liest, ist jedoch ein technischer Kniff der besonderen Art. Der Verbrenner glänzt mit einem variablen Hubraum, um möglichst effizient arbeiten zu können. Je nach Motorlast erzielt er dabei immer eine optimale Wirkung bei hohem Wirkungsgrad.

Die Länge des Kolbenhubs wird dafür angepasst. Ist die Anforderung gering, arbeitet der Motor mit maximaler Verdichtung, benötigt man allerdings viel Strom, sinkt das Verhältnis der Verdichtung entsprechend. Was jedoch Bestand ha, ist die Aufgabe des Verbrenners, nämlich ausschließlich die beiden Elektromotoren direkt zu versorgen oder die Energie in einer Pufferbatterie mit 2,1 kWh Kapazität zu versorgen.
Wir waren mit den Nissan X-Trail e-power in den vergangenen Tagen fast ausschließlich bei tiefen winterlichen Temperaturen unterwegs. Der X-Trail verfügt in dieser Variante über das sogenannte Torque Vectroring, das nicht nur einen zusätzlichen Traktionsgewinn versprich.

Die Kunst, einzelne Räder sowohl ab zu bremsen, als auch zu beschleunigen, ist vor allem im Motorsport von großem Vorteil, führte allerdings im X-Trail e-4=RCE bei Ausflügen in die verschneite winterliche Landschaft abseits der großen Straßen aber auch zu bedeutend höherem Fahrvergnügen. Mit der gezielten Drehmomentverteilung sorgt Torque vectoring nämlich dafür, dass Kurven nicht nur sicher, sondern eben auch schneller durchfahren werden können.
Zudem passt sich der Antriebsstrang mit verschiedenen Fahrmodi den Gegebenheiten an. Das geht über Schotter, schlechten Asphalt, Matsch bis hin zu Schnee und Eis. Da der fast zwei Tonnen schwere X-Trail auch selbst bis zu 1800 Kilogramm an den Haken nehmen darf, ist die variable Kräfteverteilung auch dann sehr hilfreich, wenn man im Gespann unterwegs ist. Mit bis zu 500 Kilogramm Zuladung darf das SUV auch noch jede Menge draufpacken. Der bullige Nissan ist also ein durchaus grober Geselle mit vergnüglichen Fahreigenschaften. Das findet man selten.


Ist die 2,1 kWh kleine Pufferbatterie ordentlich voll, sind sogar ein hundert Meter rein elektrisches fahren drin. Man kann sogar im E-Pedal-Modus unterwegs sein. Das System rekuperiert dann bestmöglich sodass man den schweren Gesellen ohne Bremse bewegen kann.
Auch wenn der Verbrenner „nur“ als Generator funktioniert, ist der X-Trail im Fahrbetrieb nicht so leise wie ein Elektroauto. Insbesondere, wenn der Dreizylinder anständig „hochgezogen“ wird, ist der deutlich zu hören, erinnert etwas an das Fahren mit einem stufenlosen Getriebe. Unbestrittenes Plus dieser Technik ist jedoch die Sparsamkeit, wir kamen im Testzeitraum mit dem nicht gerade leichten SUV unter teils schwierigen Bedingungen auf gerade einmal 6,6 Liter auf 100 Kilometer
Technische Daten Nissan X-Trail e-Power e-4ORCE

Ausführung: fünfsitziges SUV
L / B /H: 4,68 / 1,84 / 1,72 Meter
Radstand: 2,70 Meter
Leergewicht: 1908 kg
Zul. Gesamtgewicht: 2345 kg
Kofferraum: 575 – 1396 Liter
Motor: 1 Turbo-Otto und 2 Elektro
Systemleistung: 213 PS
Antrieb: Allrad e-4ORCE
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

CO2-Klasse: E
Abgasnorm: Euro 6-d
Verbrauch: 6,4 Liter / 100 km
Preis Ausstattung N-Trek: 53.414 Euro

Text und Bilder: Charlys Autos
