Für die Rallyefreunde aus der Region ist das Haus Irmscher seit Jahrzehnten ein fester Begriff. Der schwäbische Automobilveredler aus Remshalden hat viele Boliden, die auf der legendären Panzerplatte des Truppenübungsplatzes in Baumholder, oder auf den anspruchsvollen Weinbergsprüfungen an der Mosel unterwegs waren, in seinen Händen gehabt und sie nicht nur wettbewerbs-, sondern auch siegfähig gemacht. Das österreichische „Rallye-Denkmal“ Sepp Haider fuhr mit seinem Co. Ferdi Hinterleitner bei der Hunsrück-Rallye 1989 im Opel Kadett GSI 16V hinter dem Duo Armin Schwarz / Klaus Wicha im Audi 200 Quattro auf den zweiten Rang im Gesamtklassement. (Bild unten) Wer in den 1970er, 1980er und 199er Jahren hierzulande Rallye meinte, der meinte auch Opel. Und wer Opel meinte, der meinte auch Irmscher

Doch Irmscher, 1968 gegründet, hat sich nicht nur weiterentwickelt, sondern auch unglaubliche Stückzahlen geschrieben. Rund 550.000 Fahrzeuge, erzählte uns Firmenchef Günther Irmscher, mit dem wir am Rande der Präsentation des neuen Leapmotor B10 in der Frankfurter Klassikstadt zusammensaßen, umgebaut. Der Stellantis-Konzern, zu dem ja auch Opel gehört, ist für die Tuning-Spezialisten aus der Nähe von Stuttgart ein wichtiger Kunde. Und auf dieser Basis entstand jetzt auch ein ganz und gar ungewöhnliches Fahrzeug: Der Leapmotor i C10.
In Zusammenarbeit mit Irmscher hat der chinesische Autobauer Leapmotor, gerade einmal vor zehn Jahren gegründet, sein neues Flaggschiff für den hiesigen Markt entwickelt: Den i C10, eine verschärfte Version des Elektro-SUV C10. „Wir sehen durch unsere geschäftliche Verbindung mit Stellantis ein gutes Basiskonzept für ein solches Projekt“, betont Irmscher und spricht gleichzeitig von einem „langfristig ausgelegten Konzept der Zusammenarbeit.“ Mit dem chinesischen Markt hat Irmscher Erfahrung, „wir haben dort zahlreiche Sondermodelle gebaut“, erläutert der schwäbische Unternehmer.

Das i vor der Modellbezeichnung ist typisch für von Irmscher gefertigte Sondermodelle. Seine Publikumspremiere hat der i C10 auf der Essen Motor Show gefeiert. Und as mit großem Interesse der über 200.00 Besucherinnen und Besucher an zehn Tagen. Der Irmscher Leapmotor i C10 basiert auf der neuen Allradvariante C10 ProMax AWD des Elektro-SUV. Gegenüber den übrigen C10-Modellen setzt die Allradversion auf eine 800-Volt-Plattform sowie einen Antrieb, der aus zwei Elektromotoren besteht. Als Gesamtleistung werden höchst beeindruckende 440 kW (598 PS) und ein Drehmoment von 720 Newtonmetern genannt. Innerhalb von nur vier Sekunden soll der i C10 den Spurt von Null auf 100 km/h erledigt haben.
Die neue LFP-Batterie bietet eine Kapazität von 81,9 kWh, die Reichweite beträgt wie beim Allrad-Basismodell bis zu 437 Kilometer (WLTP). Durch die 800-Volt-Technologie sollen Ladeleistungen von bis zu 180 kW möglich sein. Von 30 auf 80 Prozent soll es in 22 Minuten gehen.

Am Antriebsstrang belässt Irmscher den Status Quo, doch die Optik des C10 made by Irmscher weist auf die chinesisch-schwäbische Kooperation hin. Neuer Frontschürzenansatz, neuer Heckspoiler. Straffer abgestimmt und tiefergelegt präsentiert sich das Fahrwerk auf eigens angefertigten 20-Zoll-Leichtmetallfelgen. I-Tüpfelchen (Achtung, Wortspiel) ist eine Design-Folierung, die die einzelnen Elemente verbindet. Als Reverenz an die Umwelt trägt der i C10 ein eigenständiges Logo am Heck.
Das Interieur wertet das Haus Irmscher mit Velour-Fußmatten mit rotem Akzent sowie einer Plakette auf der Mittelkonsole auf. Für jedes einzelne Exemplar der auf 250 Fahrzeuge beschränkten Serie ist dort die fortlaufende Seriennummer aufgebracht. Zudem veredelt Irmscher den Kartenschlüssel mit einem Lederetui. Und an welche Kundengruppe richteten sich Irmscher und Leapmotor damit? „Das ist nicht altersabhängig. Individualität hat keine Grenzen. Wir haben das richtige Paket in der richtigen Preisspanne positioniert“, sagt Günther Irmscher. Und das sind genau 49.900 Euro.
Text: Charlys Autos / Fotos: Dino Eisele / Leapmotor
