
Wenn man auf dem deutschen Markt die Nachfolge eines Autoherstellers antritt, dessen Vorzüge in einer sehr übersichtlichen Nische liegen, dann fällt es nicht leicht, sich zu etablieren und das Interesse der Kunden und Verbraucher für seine Produkte zu schärfen. Der KG Group, die 2022 die südkoreanische Traditionsmarke Ssangyong übernahm, ging es da nicht anders.

Seit fast genau einem Jahr versucht der neue Eigentümer jetzt, sich mit Crossovern, robusten SUV und Pick-Up’s unter dem Namen KG Mobility, kurz KGM, durch zu setzen. Noch bei der IAA Mobility in München im vergangenen Jahr mussten sich führende Vertreter der neuen Marke in Gesprächen die irrige Feststellung „Ach ja, die neuen Chinesen“ anhören.

Es ist also so etwas wie Kärrnerarbeit, was KGM in diesen ersten 12 Monaten auf dem deutschen Markt liefern musste. Dabei kommt dem Hersteller seine Modernisierung des Markenportfolios, aber auch seine Flexibilität bei den Antrieben und auch das ansprechende Design seiner Produkte derzeit sehr zugute. Für letzteres spricht die Tatsache, dass der KGM Musso EV den höchst angesehenen Red Dot Design Award 2026 erhalten hat.

Zwar sind Pick-Up’s, denn um einen solchen handelt es sich in diesem Fall, schon länger keine grob zusammengezimmerten Nutzfahrzeuge mehr. Doch dass das „Schöne Nashorn“ Musso diesen Design-Oscar gegen eine Vielzahl angesehener Konkurrenten abgeräumt und eine 40köpftige internationale Experten-Jury überzeugt hat, spricht dafür, dass man bei der KG Mobility auf dem angestrebten Weg bisher Vieles richtig gemacht hat.

Was auch Vertriebsleiter Michael Martensen indirekt bestätigt: Im ersten Jahr habe man bereits 3000 Fahrzeuge absetzen können. Zum 140 Partner großen Händlernetz gehört auch das Autohaus Buschmann in Trier. Bis zum Jahresende wolle man 60 Ansprechpartner gewinnen. KGM setzt vor allem auf drei neue Modellen: Die beiden SUV Actyon und Torres stehen ab sofort auch als Hybridversionen zur Verfügung. Und der 5,16 Meter lange Pick-up Musso, den es bisher nur mit Dieselmotor gab, wird auch mit einem reinen Elektroantrieb erhältlich sein. Die entsprechenden Batterien steuert der chinesische Hersteller BYD bei. Die leistungsfähige Blade-Batterie verspricht eine lange Lebenszeit und ein schnelles Laden.

Da Torres und Actyon fast baugleich sind, ist auch die Kombination von Verbrenner und E-Maschine mit einer Systemleistung von 204 PS und einem maximalen Drehmoment 350 Newtonmetern identisch. Wobei der 1,5-Liter-Turbobenziner 150 PS generiert und 220 Nm Drehmoment von 1500 bis 3000 U/min abliefert. Dafür sorgt zusätzlich ein 177 PS)starker Elektromotor mit 300 Nm Drehmoment. Das daraus resultierende Hybridsystem sorgt für einen Norm-Kraftstoffverbrauch auf 6,1 Liter je 100 Kilometer CO2-Emissionen von 138 g/km. Wobei kurze Strecken rein elektrisch zurückgelegt werden können. Der Akku wird während der Fahrt vom Verbrenner oder vom regenerativen Bremssystem aufgeladen.

Der 4,74 Meter lange Actyon bietet jede Menge Platz im Interieur. In den Kofferraum passen 668 bis 1568 Liter. Die erlaubte Anhängelast von 1300 Kilogramm ist mehr als nur ausreichend. Das bewusst voll ausgestattete KGM-Hybrid-Fahrzeug kostet 44.350 Euro. Lediglich Metallic- oder Zweifarblackierung sowie das gläserne Panoramadach sind Aufpreispflichtig. Das weist drei Ausstattungsversionen sowie das Einstiegs- Sondermodell Nomad ab 32.990 Euro auf. Hinzu zu den beiden Hybridmodellen kommt eine 2027 PS starke und 38.990 teure elektrische Cargo-Version. Der Laderaum mit Holzboden schreit förmlich nach Servicetechnikern als Zielgruppe.

Der elektrische Musso Doppelkabiner hat eine 1,35 Meter lange und 1,52 breite Ladefläche. Das erlaubt den Transport einer Europalette. Die E-Maschine leistet 238 PS, auf die angegebene Reichweite von bis zu 420 Kilometer Reichweite ist der Hersteller besonders stolz. Anfänglich ist das immer allradgetriebene Sondermodell Black Edition für 54.490 Euro erhältlich. Es darf satte 2,3 Tonnen an den Haken nehmen. KGM gewährt für den Pick-Up eine Garantie von fünf Jahren und 100.000 Kilometer Laufleistung. Die gibt es auch für die Leistungsbatterien und Hochvoltkomponenten für sieben Jahre und bis zu 150.000 Kilometer.

Text: Charlys Autos / Fotos: KGM (Thorsten Weigl)
