Opels Bestseller aufpoliert: Facelift für den neuen Astra

Vier Jahre nach seiner Markteinführung erhält der Opel Astra und Astra Sportstourer ein Facelift. Der neue Rüsselsheimer kommt mit vier verschiedenen Antrieben in drei Ausstattungsversionen (Edition, GS, Ultimate) daher. Die Preise beginnen bei 32.990 Euro für den fünftürigen Mildhybrid in der Ausstattungsversion Edition mit 145 PS, der Kombi kostet bei allen Antrieben 1.500 Euro mehr. Der Einstieg in die Dieselwelt beginnt bei 34.649 Euro, bei Plug-In werden 38.460 Euro und bei der reinen Elektroversion 37.990 Euro aufgerufen.

Mit an Bord des neuen Kompaktmodells sind unter anderem ein neues Vizor-Gesicht mit schmaleren Scheinwerfern. Ein erstmals beleuchteter Opel-Blitz an der Front sitzt in der Mitte des charakteristischen Opel-Kompasses. Die Front wirkt schlanker, präziser und moderner. In der Ultimate-Version sind die Frontscheinwerfer serienmäßig mit dem Intelli-Lux HD-Licht ausgestattet, die aus über 50.000 Leuchtelementen besteht und mit denen der Gegenverkehr unter anderem noch präziser ausgeblendet wird. Adaptive Scheinwerfer mit insgesamt 51.200 LED-Elementen sorgen mit einer hochauflösenden Lichtverteilung für einen jederzeit situationsgerechten, präzisen wie fließenden Lichtverlauf, ohne dabei andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Basierend auf der Verkehrssituation werden entgegenkommende Objekte von einer Kamera erkannt und das System blendet diese Objekte präziser aus als herkömmliche Matrix-Licht Technologien und liefert darüber hinaus ein deutlich helleres und homogeneres Lichtmuster. Darüber hinaus ermöglichen die HD-Pixel-Elemente Begrüßungs- und Verabschiedungsanimationen, die als Grafiken vor das Fahrzeug projiziert werden.

Auch der Innenraum wurde überarbeitet und der Klavierlack aus dem Vorgängermodell verbannt. Mit der unterschiedlichen Lichtverteilung macht der neue Astra die Nacht zum Tag. Einmal Platz genommen fällt der Blick auf das Multimediasystem mit dem 10-Zoll Fahrerinfodisplay und 10-Zoll Touchscreen die prima ablesbar sind. Sehr angenehm ist, dass es weiterhin physische Knöpfe und Drehregler für Schlüsselfunktionen gibt. Die serienmäßigen Intelli-Sitze sind bequem und bieten genügend Seitenhalt. Dank des Radstands von 2,73 Meter im Kombi (5-Türer: 2,67 m) ist das Platzangebot vorne wie hinten gut.

Für den Vortrieb stehen vier Antriebe (MHEV, Diesel, PHEV, BEV) zur Verfügung. Dem Astra Electric mit 156 PS spendierte Opel einen 4 kWh größeren Akku, der jetzt 58 kWh leistet. Die WLTP-Normreichweite im Kombi beträgt nun 422 – 445 Kilometer (5-Türer: 432 – 454 km), was einem Plus von 35 Kilometern im Vergleich zum Vorgänger bedeutet. Der durchschnittliche WLTP-Verbrauch beim Kombi liegt laut Datenblatt bei 15,8 – 15,6 kWh/100 km (5-Türer: 15,5-15,3). Bei den teilelektrifizierten Antrieben steht der 145 PS Hybrid und der weiterentwickelte Plug-In-Hybrid mit 196 PS Systemleistung und einem Drehmoment-Bestwert von 360 Nm dessen rein elektrische Reichweite rund 84 Kilometer beträgt zur Verfügung. Der weiterentwickelte Plug-In-Hybrid besteht aus einem 1,6-Liter-Vierzylinder (150 PS) und einem 125 PS-Elektromotor und jetzt mit einer 17,2 kWh-Batterie statt 12,4 kWh sowie einem neuen elektrifizierten Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Außerdem gibt es noch die 1,5-Liter-Diesel-Variante die 130 PS leistet.

Für erste Ausfahrten rund um das kroatische Split stand der Astra Sportstourer Electric zur Verfügung. Der Stromer leistet 156 PS mit einem maximalen Drehmoment von 270 Nm. Damit meistert der Rüsselsheimer den Sprint von Null auf Tempo 100 in 9,5 Sekunden und bei einer Spitzengeschwindigkeit von abgeregelten 170 km/h ist Schluss. Auf den teils stark Tempo-limitierten Straßen in Kroatien und ohne Autobahnfahrt lag unter Verbrauch laut Bordcomputer gerademal bei 13 kWh. Auf einer zweiten Fahrt ging es mit dem 145 PS Hybrid Sportstourer mit seinem Drehmoment-Bestwert von 230 Nm bei 1750 min-1. Seine Fahrdaten lauten 0-100 in neun Sekunden und Spitze 210 km/h. Bei einem WLTP-Normverbrauch von 5,1 – 5,0 Liter auf 100 Kilometer. Der Kompaktkombi hat eine außergewöhnlich steife Karosserie, die Vorderachsdämmung wurde verbessert und die Lenkung neu kalibriert. Insgesamt ist das Fahrwerk straff abgestimmt und es lässt sich herrlich mit dem Kombi über kurvige Landstraßen düsen. Positiv aufgefallen ist die gut abgestimmte Lenkung, die präzise ist. Hier lag unser durchschnittlicher Verbrauch laut Bordcomputer bei 5,7 Liter. Erwähnenswert ist auch die gute Geräuschdämmung.

Bereits die Ausstattungsversion Edition hat unter anderem neben Sicherheitssystem wie Frontkollisionswarner mit Gefahrenbremsung, Spurhalte-/Verkehrsschild-Assistent Goodies wie Parkpilot, automatischer Tempo-Assistent, schlüsselloses Startsystem, Ein-Zonen-Klimatisierung immer an Bord. LED-Scheinwerfer sind jetzt ebenso wie der Fernlichtassistent bei allen Versionen Standard. Zwei-Zonen-Klimatisierung und 180-Grad-Rückfahrkamera gehören erst beim GS und Ultimate zur Selbstverständlichkeit.

Text und Fotos: Ute Kernbach