
Kein Automobil-Segment ist derzeit wohl heißer umkämpft als das der kompakten SUV. Die Auswahl ist riesengroß, die Antriebsvarianten vielfältig, Optik, Platz und Gestaltungsmöglichkeiten im Innenraum lassen keine Wünsche offen. Kia hat sich 2021 mit dem Sportage dort hinzugesellt. Wir haben jetzt das überarbeitete Modell mit einem 180PS starken 1,8 Liter großen Turbobenziner als GT Line gefahren. Kia hat dort optische und technische Nachbesserungen vorgenommen.

Beim Design gefällt jetzt die neue Front mit modifiziertem Kühlergrill, neuen LED-Scheinwerfern und einer etwas komprimierteren Linienführung. Das Heck weist nach dem Facelift durchgehend LED-basierte Rückleuchten in cleaner Optik auf. Insgesamt macht der Sportage jetzt einen etwas frischeren, moderneren Eindruck. In der GT-Line, einer von vier angebotenen Ausstattungslinien, steht der Koreaner serienmäßig auf 19-Zoll-Felgen.

Das Interieur weist wie in der Regel alle Modelle des Anbieters, hochwertige Materialien in ebensolcher Verarbeitung auf. Insbesondere bei der von uns getesteten GT-Line mit Kunstleder und Alcantara. Alle Bedienelemente sind sinnvoll angeordnet und gut erreichbar. Das zentrale Display wird mitsamt der Klimasteuerung über ein innovatives, umschaltbares Bedienfeld mit Touch- und Drehreglern bedient. Startknopf, Drive-Select und weitere Funktionen hat Kia übersichtlich in der Mittelkonsole angeordnet. In das zweifarbige Multifunktionslenkrad sind Bedienmöglichkeiten für Infotainment, Assistenzsysteme und Fahrmodi eingearbeitet.

Mit Ablagen hat Kia nicht gespart. Dazu gehören Cupholder in der Mittelkonsole ein Fach unter der Mittelarmlehne, eine induktive Ladeschale und das übliche Handschuhfach. Die Mitreisenden im Fond finden zusätzliche Taschen und Fächer, die ausreichend dimensioniert und gut erreichbar sind. Der Sitzkomfort mit großer Beinauflage ist auch bei langen Fahrten hoch. Die Beinfreiheit hinten ist selbst bei weit nach hinten gestellten vorderen Sitzen exzellent.

Fahrer- und Beifahrersitz sind elektrisch verstellbar, die Rücksitzlehnen stufenlos verstellbar. Der Fahrersitz glänzt mit elektrisch einstellbarer Lordosenstütze. Lenkradheizung, dreistufige Sitzheizung und Sitzbelüftung sind Serie. Zur Fond-Ausstattung gehören eigene Klimazone mit Luftausströmern, dazu zwei USB-C-Anschlüsse. 587 bis zu 1751 Liter bei 60:40 umgeklappten Rücksitzen bieten maximalen Platz fürs Gepäck. In zwei Höhenstufen kann zudem der variable Ladeboden eingesetzt werden. Darunter kann man zudem noch in einer Styropor-Ablage allerlei Krimskrams unterbringen.

Die GT-Line Serienausstattung umfasst eine elektrische Heckklappe mit programmierbarer Öffnungsposition. Dazu ein 12-Volt-Anschluss im Gepäckraum, Taschenhaken, Verzurr-Ösen und einen integrierten Subwoofer. Die gebremste Anhängelast beträgt 1.650 Kilogramm, ungebremst 750 Kilogramm. Die maximale Dachlast und die Zuladung liegen bei 100, bzw. 542 Kilogramm.

GT-Line muss nicht unbedingt GT-Fahrverhalten beinhalten. Das bewahrheitet sich immer wieder bei unseren Testfahrten. Der Kia Sportage ist in dieser Ausstattung als Allradler, beatmet von einem 180 starken Turbo-Benziner ein Fahrzeug, das nach dem Facelift Fahrvergnügen mit frischer Optik verbindet. Die Koreaner haben dem Sportage GT-Line im Rahmen der Erneuerung eine umfangreiche serienmäßige Ausstattung aktiver und passiver Sicherheitssysteme mitgegeben.

Dazu gehören ein aktiver Spurhalteassistent, ein adaptiver Tempomat, Totwinkelwarner mit Anzeige im Head-up-Display und Kamerabild im Instrumentencluster, Verkehrszeichenerkennung sowie eine 360-Grad–Kamera mit verschiedenen Ansichtsmodi. Als sehr hilfreiches Detail erwiesen sich während unseres Testzeitraums die Vogelperspektive der 360-Gard-Kamera, die Detailansichten der Vorderräder, und die Kamera-Informationen statt eines Blicks in den Spiegel beim Abbiegen.

Zwar hatten wir im November 2025 in der Region noch nicht mit Schneemassen zu kämpfen, doch bei rutschigen und schmierigen Straßenverhältnissen erwies sich die 4×4-Version als sichere Traktionshilfe. Untersteuerungstendenzen bei schnellen Kurvendurchfahrten konnten wir nicht registrieren. Mit einer Beschleunigung von Null auf 100 km/h in 9,8 Sekunden laut Hersteller ist man für rasche Überholvorgänge auf der Landstraße bei kultivierter und nur im höheren Drehzahlbereich hörbarer Motorarbeit bestens gerüstet.

Das Ergebnis der Fahrwerks-Überarbeitung weist eine souveräne Entwicklung von Komfort und Sportlichkeit nach. Es filtert kleinere Unebenheiten auf den oftmals verwinkelten und teils mitgenommenen Kreissträßchen unserer Heimat im Nu weg. Der Innenraum ist gut gedämmt, auch wenn es mal auf der Autobahn schneller wird, vernimmt man keine quälenden Wind- oder Abrollgeräusche. Der Fahrkomfort wird unterstützt durch den sehr guten Seitenhalt der Sitze. Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) arbeitet kaum wahrnehmbar und bringt die Kraft souverän ohne Ruckeln oder gar leichtes jaulen auf die Straße.

Technische Daten Kia Sportage 1.6 T-GDI GT-Line
Ausführung: fünfsitziges Kompakt-SUV

L / B /H……………………….4,54, 1,86, 1,64 Meter
Radstand: 2,68 Meter
Kofferraum: 587 – 1751 Liter
Leergewicht: 1652 Kilogramm
Zuladung: 542 Kilogramm
Motor: 4 Zylinder Turbo-Benziner
Leistung: 180 PS bei 6.000 U/min
Hubraum: 1598 ccm
Max. Drehmoment: 265 Nm bei 1.500 U/min
Antrieb: Allrad
Höchstgeschwindigkeit 203 km/h
Testverbrauch: 7,2 Liter auf 100 km
Preis 1.6 T-GDI GT-Line: ab 47. 790 Euro

Text: Jürgen C. Braun / Fotos: Matthias Elwert
