Das 24h kann kommen: Max hat sein Nordschleifen-Permit

Beim siebten Rennen der NLS-Saison am vergangenen Wochenende drehte der vierfache Formel-1-Weltmeister Max Verstappen in einem um 100 PS leistungsgedrosselten Porsche Cayman seine ersten 14 Rennrunden in der „Grünen Hölle“. Pflichtprogramm, um den begehrten DMSB-Permit A zu erhalten, den „Nordschleifen-Führerschein“. Für Verstappen, anders als bei der italienischen Motorrad-Legende Valentino Rossi, ist das aber nur nur ein Etappenziel auf dem Weg zum mehrfach geäußerten Vorhaben: dem Start beim legendären 24h-Rennen in der Eifel vom 14. bis 17. Mai 2026. Die Pläne des 27jährigen bestötigte jetzt Red-Bull-Motorsportchefberater Dr. Helmut Marko. Am Termin von NLS 7 aber herrschte erst einmal großer Hype um die Person des Champions.

49 Jahre und sieben Rennen musste die weltweit größte Motorsport-Breitensportserie alt werden, um einen Tag wie diesen zu erleben: Ein vierfacher Formel-1-Weltmeister, derzeit sogar amtierend, bestreitet ein Rennen der Nürburgring Langstreckenserie. Warum? Weil er, vielleicht schon nächstes Jahr, das legendäre 24h-Rennen in der Eifel fahren will. Und weil er dafür die notwendigen Voraussetzungen, das sogenannte Nordschleife-Permit, erfüllen muss. Am Samstag bot sich dazu die einzige Möglichkeit, weil die Formel 1 eine Woche nach Monza pausierte.

Vor der hermetisch abgeriegelten Box 24, in der der das Team von Max Verstappen gemeinsam mit der NLS-erfahrenen Truppe von Schmickler Performance untergebracht war, warteten die Fans des Red-Bull-Piloten teilweise schon seit dem Morgengrauen in Scharen auf ihren Liebling. Mit Autogrammalben, mit Modellautos, auf denen sich der 27jährige verewigen sollte. Mit Foto-Handys für ein mögliches Selfie natürlich. Bei Nieselregen, leichtem Nebel. Eifelwetter halt.

Verstappen, bei jedem Schritt außerhalb der Box, in der sich sein abgedrosselter Porsche Cayman befand, völlig abgeschottet, war natürlich DAS Thema des siebten von zehn NLS-Läufen in dieser Saison. 14 Runden, so die Regelung des Deutschen Motorsportbundes (DMSB), musste der Proband in zwei verschiedenen Autos absolvieren, um das sogenannte „A-Permit“ zu bekommen. Eine Art „Persilschein“, um in Zukunft ein leistungsstarkes GT3-Fahrzeug auf der Nordschleife einsetzen zu können. Denn beim Langstreckenklassiker in der Eifel will der Formel-1-Star natürlich nicht nur dabei sein, sondern in einem siegfähigen Auto sitzen.

Der Veranstalter stand dabei vor der Frage, wohin mit der Verstappen-Crew? In welche Box? „Es gibt da schon ein paar Teamchefs, die würden rumzicken, wenn wir Ihnen Max und seine Leute in die Box stecken. Aber die Schmickler-Jungs sind pflegeleicht. Die freuen sich drauf“, sagte uns ein NLS-Sprecher am Samstag nach dem Qualifying. Und Teamchef Franz Schmickler spendete dem prominenten Mitbewohner später ein Lob. „Der war einer von uns in der Box. Da hatte auch jeder genug mit sich zu tun. Die Stimmung war ganz easy.“

Was man bei den Fans nicht so formulieren konnte. Als sich Verstappen endlich eine gute Stunde vor Rennbeginn blicken ließ, brauchte er genau acht Sekunden, um zwischen fünf Security-Leuten hindurch die zehn Meter durch die dichtgedrängten Trauben von Fans vom Motorhome in die Box zu „flüchten.“ Bei einigen machte sich schon leise, oder auch laute, Enttäuschung breit. Zumal während des obligatorischen „Pit walks“ vor dem Rennen alle Boxen wie üblich geöffnet waren, Nur eben Box 24 nicht. Was aber teilweise erwachsene Leute nicht daran hinderte, sich vor die verschlossene Box zu stellen und ein Selfie mit dem Stück Blech hinter ihnen zu schießen und dabei ins Handy zu grinsen. Heldenverehrung treibt manchmal eben seltene Blüten.

Text und Fotos: Charlys Autos