Haupt Racing Team sichert sich Bundeswehr als Sponsor

Ohne offensives und sichtbares Sponsoring geht nichts im Motorsport. Das fängt bei den kleinen Club-Rallies an und geht hinauf bis in die Formel 1. Dazwischen liegen vielen Serien mit Schnittstellen vom Amateur- hin zum professionellen Rennsport. Eine solche ist die Nürburgring Langstreckenserie (NLS), in der bis zu neunmal im Jahr rund 150 sportliche Serienfahrzeuge bis zu GT3-Boliden mit mehr als 500 PS und Werksfahrern im Cockpit an den Start gehen.

In eben dieser Serie macht jetzt das Haupt Racing Team (HRT) von sich reden.  Der Rennstall von Hubert Haupt aus Drees in unmittelbarer Nähe zum Nürburgring hat für die kommende Saison der NLS, die am 14. März beginnt, einen Sponsor, der – das darf man jetzt schon behaupten – für Aufregung und viele Handy-Fotos von sich reden wird. Der Ford Mustang GT3 Evo, eines der Top-Autos der Serie mit reellen Siegchancen, wird mit Bundeswehr-Camouflage an den Start gehen. Die deutschen Streitkräfte machen damit zum ersten Mal Werbung im professionellen Motorsport. Und as beim Top-Ereignis der Saison auf dem Ring: Vor rund 200.000 Fans beim Langstreckenklassiker, dem 24h-Rennen.

Der bullige Ford V8 Verbrenner ist ohnehin in der Serie mit seinem bärigen Sound nicht zu überhören. Ab sofort wird er, trotz Tarn-Looks, auch nicht zu übersehen sein. Und viele Fans an der Strecke werden ihre eigenen Geschichten wieder auskramen, als sie selbst „beim Bund“ waren.  Als Plattform, um neues Personal in Zeiten des Fachkräftemangels zu entdecken, hat die Bundeswehr den Motorsport schon länger im Auge. Zusammen mit HRT lassen sich die nationalen Streitkräfte nun auch im Langstreckensport sehen. Passend dazu der gemeinsame Slogan: „Mit uns den Dienst wagen.“

Die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr sei für das Unternehmen eine große Ehre, sagt Hart-Geschäftsführer Uli Fritz. Und fügt an: „Motorsport und Militär haben viele Gemeinsamkeiten. In beiden Bereichen kommt es auf Einsatzbereitschaft, Teamgeist und Technik an. Das gilt in besonderem Maße für das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Dabei sind Mensch und Maschine bis an ihre Grenzen gefordert.“

Brigadegeneral Walter Schulte, für die Personalgewinnung verantwortlicher Abteilungsleiter im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr, wird wie folgt zitiert: „Ob Technik, Medizin, IT oder Logistik und vieles mehr – die Bundeswehr bietet ein breites Spektrum an Berufs- und Entwicklungsmöglichkeiten in Uniform und in Zivil an. Die Partnerschaft mit dem Haupt Racing Team hilft uns, diese Chancen dort sichtbar zu machen, wo Teamgeist und Leistungsbereitschaft aufeinandertreffen. Sport und Berufung auf dynamische Art zu verbinden, das gelingt in dieser Zusammenarbeit auf besonders authentische Weise.“

HRT steht 2026 vor seiner zweiten Einsatzsaison mit dem GT3-Mustang, der über den Winter ein Evo-Update von Ford erhalten hat. Der vom früheren DTM-Fahrer Hubert Haupt gegründete Rennstall engagiert sich neben dem Nordschleifen-Programm unter anderem auch in der DTM, im ADAC GT Masters sowie in der GT World Challenge. Der US-Dampfhammer wird auf jeden Fall auffallen im Mai, (14. – 17.) wenn das „Rennen der Rennen“ am Samstagnachmittag beginnt. Was sich die Bundeswehr die Präsenz auf dem bulligen V8 von HRT kosten lässt, darüber wurde allerdings Stillschweigen vereinbart.

Text: Charlys Autos / Bilder Haupt Racing Team