Verstappen-Start beim 24h 2026 so gut wie sicher

Was nach dem Medien- und Fan-Spektakel der beiden Rennen des vergangenen Jahres als „ziemlich wahrscheinlich“ galt, ist jetzt in trockenen Tüchern. Formel-1-Star Max Verstappen, vierfacher Weltmeister und Volksheld in den Niederlanden, wird, wie von ihm selbst als Herzenswunsch prognostiziert, beim 24h-Rennen 2026 auf dem Nürburgring an den Start gehen. Zwar mit eigenem Team, aber nicht, wie beim neunten Lauf der Nürburgring Langstreckenserie (NLS) im vergangenen Jahr, mit einem Ferrari 296 GT3, sondern mit Hilfe und Unterstützung des Hauses Mercedes-AMG.

Die Voraussetzung dafür schufen in einer gemeinsamen Aktion die VLN (Veranstaltergemeinschaft Langstreckensport Nürburgring) als Ausrichter der Nürburgring Langstreckenserie (NLS), und der Streckenbetreiber, die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG. Alle Betroffenen einigten sich darauf, den bereits feststehenden Kalender von neun Rennen im Jahr 1926 in einer „strategischen Anpassung“, wie es heißt, zu ändern. Demnach wurde das für den 28. März vorgesehene zweite Rennen der Serie um eine Woche früher auf den 21. März verschoben. Die Vorverlegung um eine Woche nutzt eine Lücke im Formel-1-Kalender zwischen den Grand Prix von China (15. März) und Japan (29. März)

Dieses Datum markiert den einzigen Termin, an dem Verstappen mit seinem eigenen Team noch ein vierstündiges NLS-Rennen auf der Nordschleife und dem GP-Kurs bestreiten kann. Damit wurde eine der Voraussetzungen des 28jährigen Formel1-Stars erfüllt. Verstappen hatte zur Bedingung gemacht, noch ein 4h-Langstreckenrennen auf der Nordschleife fahren zu können, bevor er seine endgültige Startzusage beim Saison-Höhepunkt in der „Grünen Hölle“ in diesem Jahr geben wird. Beim zweiten NLS-Lauf am 21. März erhält das Team jetzt die notwendigen Daten, die man für die perfekte Vorbereitung des Starts beim Nürburgring-Langstreckenklassiker im Mai (14. – 17.) benötigt.

Eingeführt in die Serie und vorbereitet auf das auch für einen vierfachen Formel-1-Weltmeister notwendige Nordschleifen-Permit wurde der Formel1-Superstar im vergangenen Jahr vom Leiter der Nürburgring Academy, Nordschleifen-Instruktor Andreas Gülden. „Andy“ ist sich sicher, dass Verstappen auch beim großen Langstrecken-Klassiker mit offenen Armen empfangen wird, wie er uns vor wenigen Tagen selbst sagte. Er feiere den möglichen Verstappen-Start total, weil er „gefühlt rund um die Strecke am Ring“ sei. „Max ist Racer. Dem musste ich nicht erklären, was eine Ideallinie ist, aber der musste einfach mal mitkriegen, wie es ist, wenn man hier im GT3-Wettbewerbstempo im Verkehr steckt und welche Regeln hier gelten. In der Formel 1 gibt es nun mal kein Code 60.“

Die Präsenz des Red-Bull-Piloten in einem Rennen, das ohnehin schon in jedem Jahr alles toppt an seiner Arbeitsstätte, habe „eine enorme Strahlkraft.“, sagt der erfahrene Langstrecken-Profi. „Das ist gut für uns, gut für den Nürburgring und vor allem gut für alle Nordschleifen-Fans, um den Spirit in die ganze Welt zu tragen.“ Kein anderer aktueller Pilot verbinde „Formel-1-Weltklasse und Leidenschaft für GT und Langstreckensport so miteinander wie der Max.“

Nach TV-Informationen wird Mercedes-AMG Max Verstappen intern bei seinem Vorhaben unterstützen. Der Autobauer aus Affalterbach soll seit Dezember vergangenen Jahres mit dem Streckenbetreiber, dem ADAC Nordrhein als Veranstalter und Ausrichter des 24h-Rennens und dem Serienausrichter der NLS in permanentem Austausch stehen. Dass man dabei nicht ganz uneigennützig handelt, versteht sich von selbst. Der Red-Bull-Superstar und sein Team würden dann statt eines Ferrari GT3 wie bei NLS 9 2025 mit einem Mercedes-AMG GT3 unter der Bewerbung von Verstappen.com Racing sowohl bei NLS 2 am 21. März wie auch beim „24er“ antreten.

„Wir wären glücklich, Max dort zu sehen“, zitiert das Portal Motorsport-magazin.com AMG-Kundensportchef Stefan Wendl .Man sei, so wörtlich, „sehr stolz darauf, dass er sich mit seinem Team für den Mercedes-AMG GT3 entschieden hat. Am Ende war es vor allem Max, der sich im Business sehr gut auskennt und die Entscheidung getroffen hat.“ Verstappen hatte am 25. Dezember 2025 eine mehrjährige Partnerschaft mit Mercedes-AMG bekannt gegeben. Deren Ziel sei es, mit seinem Team Verstappen racing.com in der GT world Challenge an zu treten.

„Den weltweiten Bekanntheitsgrad, den die NLS im letzten Jahr durch die Teilnahme von Max erzielt hat, wollen wir zum Nutzen aller Teams und Teilnehmer weiter ausbauen“, sagt VLN-Geschäftsführer Mike Jäger. Auch die Veranstalter der Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN), deren Saisonauftakt ursprünglich am 21. März hätte stattfinden sollen, erklärten sich „im Sinne des Motorsports“ bereit, ihren Termin mit der VLN zu tauschen. Dieser Schulterschluss unterstreiche den Zusammenhalt der Breitensport-Veranstalter am Nürburgring, sagte Jäger.

Eines steht fest, bevor der Oranje-Volksheld am 21. März zum dritten Mal und im Mai zum großen Show down in der Eifel aufschlagen wird: Verstappen und sein Team werden nicht des olympischen Mottos wegen anreisen. Von wegen „dabei sein ist alles.“ Für den akribisch arbeitenden Profi gilt auch in diesem Falle nur eines und das ist der Sieg. Aber die „Grüne Hölle“ und das „Rennen der Rennen“ schreiben ihre eigene Geschichte. Für einen nie dagewesenen Ansturm an Fans im Mai ist – so oder so gesorgt. Der Rote Teppich für den derzeit weltbesten Rennfahrer ist ausgerollt.

Text und Fotos: Charlys Autos