
Im ansonsten eher pragmatisch ausgerichteten Angebot von Honda, mit Ausnahme des Mittelmotorsportwagens NSX, stach dieses Auto schon immer etwas hervor. Jetzt kehrt, nach zwei Jahrzehnten Abwesenheit, der Prelude wieder zurück. Ein Automobil, dessen Name, der übersetzt Vorspiel bedeutet, schon Neugierde weckt. Nach so langer Abstinenz hat sich natürlich auch der Prelude bei aller Beibehaltung seiner sonstigen Vorzüge, antriebstechnisch verändert. Zurück kommt er als Vollhybrid.

Schon der erste Blick verrät: Hier geht es nicht um nüchterne, von Alltagsnutzen diktierte Ansätze, sondern einzig allein um das Fahrvergnügen. Ein flott gezeichnetes, niedriges 2+2-Coupé, das eher in eine Karl-Lagerfeld-Ära, als in eine Bauhaus-Gedankenwelt passt. Da hat zunächst einmal das extrovertierte Design und dann der praktikable Nutzen das Sagen. Diesen Anspruch betont auch das muskulös gezeichnete Heck mit dem durchgehenden Band der Illumination. Zusammen mit den bündigen Türgriffen, der breiten Straßenlage und den glatten Oberflächen wird so eine ausgezeichnete Aerodynamik geschaffen.

Das Interieur weicht etwas von dieser nonkonformistischen Linie ab, orientiert sich eher am Honda-Bestseller, dem Civic. Was aber ein Cockpit-Layout nach modernen Gesichtspunkten, das übersichtlich und intuitiv bedienbar ist, nicht ausschließt. Die notwendigen Fahrzeugdaten werden über einen in der Mitte positionierten neun Zoll großen Touchscreen und digitale Instrumente übertragen. Sie ermöglichen damit auch die kabellose- Handy-Verbindung.

Honda vertraut aber bei aller Liebe zur schnörkellosen Ästhetik und außergewöhnlichem Design-Anspruch bei diesem Auto ganz bewusst Althergebrachtem. In diese Kategorie gehören klassische Schalter und Drehregler für die Klimaanlage und die Laustärke der Audio-Anlage. Ein wohl bewusst angestrebter Effekt ist demzufolge auch, dass man sich nicht durch Menüs und Untermenüs quälen muss und dadurch auch nicht den Blick auf das Geschehen auf der Straße vernachlässigt. An allen möglichen Hilfsassistenten hat der japanische Hersteller ebenfalls nicht gespart.

2+2-Sitzer sind keine Raumwunder, das stand bei der Konzeption auch nicht im Lastenheft. Dennoch hat Honda sich bemüht, den Prelude nach dieser langen Zeit der Abstinenz auf unseren Straßen mit etwas praktischem Nutzverhalten auszustatten. Dass es hinter den beiden Sitzen der ersten Reihe naturgemäß etwas enger zugeht und großgewachsene Zeitgenossen ihre Probleme haben, liegt in der Natur der Sache, die aber eben die angesprochenen Vorzüge der äußeren Erscheinung ermöglicht. Klappt man die Rückbank um, so entstehen immerhin 760 Liter Fassungsvermögen aus ansonsten eher bescheidenen 264. Hinzu kommt eine große Heckklappe, die dem Honda Prelude zusätzliche Alltagstauglichkeit beschert.

Zum Antrieb: Der VTEC-Saugmotor früherer Jahre ist Geschichte. Stattdessen versieht unter der langen Motorhaube jetzt eine Kombination aus Benzin- und Elektromotor ihren Dienst. Das System ist aus dem Civic bekannt. Es verbindet einen zwei Liter großen Vierzylinder Ottomotor mit 143 PS mit einer 184 PS starken E-Maschine. Wie sich dieser ungewöhnliche Japaner im Fahrverhalten gibt, das haben wir uns für ein anderes Mal vorbehalten.

Technische Daten Honda Prelude
Ausführung: 2+2-Sitzer
L / B /H: 4,53 / 1,89 / 1,35 Meter
Radstand: 2,60 Meter
Antrieb: Benzin / Elektro Hybrid
Kombinierte Leistung: 327 PS
Höchstgeschwindigkeit: 188 km/h
Leergewicht: 1545 kg
Zuladung: 305 kg
Basispreis: 49.500 Euro
Text: Charlys Autos / Fotos: Thorsten Weigl
