Autos aus China sind mittlerweile auf dem Weg, eher die Regel als die Ausnahme auf unseren Straßen zu werden. Aber Reifen aus Taiwan? Da stutzen wir doch alle mal. Oder fast alle. Denn, so antwortete Mountainbiker Markus Knippel auf unseren entsprechenden Instagram-Post: „Im MTB-Sport sind die schon längst eine feste Größe.“

Das aber genügt dem Hersteller Maxxis, denn von dem sprechen wir gerade, nicht. Das Unternehmen arbeitet auf dem Pkw- und Motorrad-Sektor eng mit BMW und Volkswagen zusammen, hat mit dem „Premitra HP 5“ die Erstausrüstung für die 1er Serie der Münchener. Und der VW Caddy 5 kann bereits seit Ende 2020 mit dem speziell entwickelten Maxxis-Reifen serienmäßig bestellt werden.

Auch die Motorrad- und Rollerhersteller Benelli und Kymco setzen bei der Erstbereifung ihrer Maschinen auf Maxxis-Profile. Das Retro-Bike Imperiale 400 von Benelli rollt ab Werk auf dem „M-6400“ in den Dimensionen 100/90-19 (vorne) und 130/80-18 (hinten). Der Reifen soll dank seines besonderen Profildesigns im Schulterbereich mit einem verbesserten Grip bei Kurvenfahrten aufwarten können. Der Hersteller selbst spricht „mit der speziellen Anordnung der Profilrillen von „hervorragender Stabilität und Griffigkeit bei hoher Geschwindigkeit“ und „guter Nasshaftung.“
Hierzulande, sofern man nicht gerade ein Mountainbiker ist, noch relativ unbekannt, ist die 1967 in Taiwan gegründete Reifenmarke, hinter der der Riese Cheng Shin Rubber steht, jedoch ein weltweit operierendes Label und produziert neben Taiwan auch in China, Vietnam und Thailand. Mit neuen Produkten wie dem „Premitra HP 6“ und dem „Victra Sport 6“ will man jetzt nicht nur den Bekanntheitsgrad auf dem europäischen Markt, sondern natürlich auch den Umsatz steigern.
Der „Premitra HP 6“ definiert sich als sportlicher Allroundreifen für Kleinwagen sowie Pkw und SUV der Kompakt- und Mittelklasse. Der Hersteller bietet den Reifen als Weiterentwicklung der Premitra-Reifenlinie an. Er soll, so Maxxis, in 66 Dimensionen von 15 bis 18 Zoll, Breiten von 185 bis 225 Millimetern und 40- bis 65er Querschnitt „erneut Maßstäbe in puncto Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit setzen.“ Der Reifen sei mit verminderter Geräuschentwicklung und verbesserter Nässeeigenschaften für Verbrenner ebenso wie für BEV (battery electric vehicle) geeignet. Bei dem für das EU-Reifenlabel vorgeschriebenen Test der Nasshaftung habe der Premitra HP6 die höchste Bewertung, Klasse A, erzielt.

Der „Victra Sport 6“ ist ein sogenannter UHP (Ultra High Performance) Reifen. Er ist für sportliche Limousinen und SUV’s aller Antriebsarten, also Verbrenner, Plug-in-Hybrid und Elektrofahrzeuge mit extrem starkem Drehmoment konzipiert. Maxxis bietet den neuen Pneu zur Einführung in 62 Dimensionen von 18 bis 22 Zoll Durchmesser, Breiten von 225 bis 315 Millimetern sowie 35- bis 65er Querschnitt an.
Der Maxxis-Produzent Cheng Shin Rubber, einer der größten Reifenhersteller weltweit, hatte bereits vor zwei Jahren ein groß angelegtes und international ausgerichtetes Expansionsprojekt angekündigt. Damals hieß es, das taiwanesische Unternehmen wolle in seinen fünf Werken in China die Kapazitäten um 40 Millionen Reifen aufstocken. Jetzt will man auch auf dem europäischen Markt expandieren, als Erstausrüster im Pkw-Bereich nicht nur bei BMW, Mini und Volkswagen präsent sein. Gespräche mit weiteren Herstellern, als OEM (Original Equipment Manufacturer), also Originalhersteller, ins Geschäft zu kommen, seien, sagt Maxxis, im Gange. Details könne man aber auch mit Rücksicht auf den Partner, derzeit noch nicht preisgeben.
