Stichtag 27. Juni: Der Ring hofft auf Mainz

„Ladies and gentlemen, start your engines“ – „Meine Damen und Herren, starten Sie ihre Motoren“ – Das weltberühmte Kommando zum Start der 500 Meilen von Indianapolis („Indy 500“) soll nun auch – vorbehaltlich der ausstehenden behördlichen Genehmigung – für die Motorsportler auf dem Nürburgring gelten. In knapp sechs Wochen, am 27. Juni, soll nach dem Willen des Veranstalters  VLN  der Start zum ersten von acht in diesem Jahr geplanten Rennen der Nürburgring Langstreckenserie (NLS) erfolgen. Weiterlesen

Aus VLN wird LSR: Der Mythos bleibt

 

Gestern war VLN, heute ist Premiere. Analog zum Werbespot eines damals neu ins Leben gerufenen Bezahlfernseh-Senders, startet  am vorletzten März-Wochenende die neue Nürburg-Langstrecken-Serie. Rund 40 Jahre unter dem Namen VLN-Langstreckenmeisterschaft nach dem Hauptsponsor aus dem Mineralöl-Bereich bekannt, hat die größte Motorsportmeisterschaft der Welt, an der Privatiers und Profi-Rennställe teilnehmen, einen neuen Namen: Aus VLN wird LSR.

Den Fans, die auch in diesem Jahr ab dem 21. März wieder zu insgesamt neun Rennen über vier oder sechs Stunden Dauer an die Nordschleife pilgern werden, dürfte es egal sein. Merken werden sie ohnehin nichts davon, denn die Faszination bleibt die Gleiche. Zwischen 150 und 180 Fahrzeuge werden von Ende März bis Ende Oktober die „Grüne Hölle“ wieder zum Mekka des Langstreckensports machen. Zwischen Hatzenbach und Galgenkopf, am Brünnchen oder am Pflanzgarten, werden sich die „Petrol-Heads“ die Nasen an den Zäunen plattdrücken und  sich Benzinduft „reinziehen“.

In ihrer mittlerweile 66. Auflage  läutet die ADAC Westfalenfahrt schon traditionell als Auftaktrennen die neue Saison ein. Über vier Stunden geht es am Samstag, 21. März um Punkt 12 Uhr los, dann werden die Ampeln auf Grün geschaltet. Der inoffizielle Startschuss fällt jedoch schon  eine Woche vorher am traditionellen  Probe- und Einstelltag (14. März). Dann haben die Fans auch Gelegenheit, bei der  Serienpräsentation mittags im ring°boulevard Fahrzeuge und Piloten in Augenschein zu nehmen und „Benzingespräche“ zu führen..

Zur neuen Serie gibt es auch ein neues Logo. Dessen  zentrales Element ist der weltweit bekannte Nordschleifen-Streckenabschnitt „Caracciola-Karussell. Damit nimmt das neue Logo deutliche Anleihen an das traditionelle VLN-Kennzeichen der früheren Jahre. Und das nicht ohne Grund: Der Nürburgring sei laut einer Marktforschung „95 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ein Begriff und eine sehr starke Marke, die nur unsere Serie in dieser Form zukünftig auch im Namen nutzen darf“, erklärt  dazu Christian Stephani, der seit dem 1. Januar 2020 die Geschäftsführung der VLN VV GmbH & Co. KG übernommen hat. Das stärke den  Status als „einzige echte Nürburgring-Serie, die ihre Rennen ausschließlich in der Grünen Hölle austrägt.“

Außer dem neuen Namen bleibt eigentlich alles beim Alten: Die Nürburgring Langstrecken-Serie glänzt mit viel  Action und einem prominenten Fahrerfeld. Etwa  165 Fahrzeuge erwartet der Veranstalter auch in diesem Jahr pro Rennen.  Wobei das Teilnehmerfeld genau so bunt und abwechslungsreich ist wie in den vergangenen Jahren. Die Bandbreite der Fahrzeuge reicht von den extremen Rennboliden der  GT3-Klasse  wie  Audi R8, BMW M6 GT3, Mercedes-AMG GT3 oder Porsche 911 GT3 R bis hinunter zu den „aufgemotzten“ Serien-Fahrzeugen  wie  Renault Clio, Honda Civic, Opel Astra, Calibra und natürlich dem legendären Opel Manta. Bekannteste und auch potenteste Teams der Rennserie sind  ROWE Racing, Manthey-Racing, Phoenix Racing, Walkenhorst-Motorsport, GetSpeed Performance, Frikadelli-Racing oder auch  das Wochenspiegel Team Monschau.

Tickets kosten  18 Euro pro Person. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Alle Rennbesucher erhalten Zugang zu den geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs und dem Fahrerlager. Sie  können beim Pitwalk zwischen Training (8:30 bis 10 Uhr) und Rennen (Start 12 Uhr) in der Boxengasse den Teams bei der Arbeit über die Schulter schauen und im Anschluss daran die Startaufstellung besuchen. Tickets sind über die kostenlose Tickethotline 0800 20 83 200, den Nürburgring Online-Shop sowie vor Ort im info°center und an den Zugängen zu den geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs und zum Fahrerlager erhältlich. Weiterlesen

„Grüne Hölle 2020“: Die Formel 1 ist passé

Vor mittlerweile fast sieben Jahren, genauer gesagt  2013, drehte die Formel 1 zum letzten Mal ihre Runden auf der Grandprix-Strecke des Nürburgrings. Dass Sebastian Vettel  damals am 7. Juli  in einem Red Bull mit Renault-Antrieb als Sieger die Eifel zum Beben brachte, wirkt mittlerweile wie ein Relikt aus der motorsportlichen Steinzeit. Nicht nur, weil der Heppeneheimer und sein neuer italineischer Arbeitgeber nicht gerade zum Erfolgs-Duo mutierten.

 

Inzwischen ist Deutschland Formel-1-Diaspora. Nicht nur im nördlichen Rheinland-Pfalz,  sondern auch im Badischen, auf dem Hockenheimring, ist die vielzitierte Königsklasse des Motorsports mittlerweile ad acta gelegt. Wann immer der Nürburgring seitdem auf seiner jährlichen Pressekonferenz („Media Launch“)  vor dem Beginn der neuen Saison die Journalisten an den Rand der „Grünen Hölle“ eingeladen hatte, um sein Programm für die neue Saison vor zu stellen, stand deshalb die Frage nach einer (möglichen) Rückkehr des ehemaligen „Zirkus Ecclestone“  im Raum. Fragen zur Formel 1 dort oben gehörten zum Standard-Repertoire wie der Kaffee und das Wasser beim Frage-und-Antwortspiel zwischen Ring-Oberen und Journaille.

Als der „Media Launch 2020“ am Mittwoch dieser Woche vorbei war, stand das Dauerthema Formel 1 weder in den Ausführungen von Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort, noch im Fragenkatalog von Print- Rundfunk- und Fernsehleuten an. Die Formel 1, so hat es den Anschein, ist am Rand der „Grünen Hölle“ sieben Jahre nach ihrem wohl letzten Rennen am „Ring“  kein Thema mehr.  Stattdessen mutiert die Rennstrecke im ehemaligen „Armenhaus der Natuion“  inzwischen immer mehr zur Multifunktions-Location und ist auch wirtschaftlich auf dem Weg der Gesundung. Jahrelang stand das gesamte Areal  als Symbol für Misswirtschaft und Steuerverschwendung in den Schlagzeilen. Unter der neuen Führung hat der vielgepriesene „Mythos Nürburgring“ intwischen wohl eine echte Chance für die Zukunft.

Die Rennstrecke sei von Mitte März bis Mitte November zu 100 Prozent ausgelastet, erklärte Markfort vor dem ersten  „Rollout“ 2020  nicht ohne sichtbaren Stolz. Zudem könne  man eine neue attraktive Motorsportserie mit FIA WM-Prädikat  und eine dazu gehörende , eigens geschaffene Event-Arena vorweisen.  Auch die Shops auf dem einst als seelenlosen „Friedhof“ geltenden Boulevard seien mit  multifunktionalem  Unterhaltungs-Angebot ausverkauft.

Veranstaltungen mit Eventcharakter für Firmen, Familien und Privatpersonen seien, so Markfort,  wohl  der richtige Weg des Unternehmens.  „Wir haben 400 Events in diesem Jahr in den Lounges und am Ringwerk und sind noch lange nicht am Ende. Die Rennstrecke ist von März bis November ausgelastet. Dazu kommen Rad- und Ausdauersport, das Musikspektakel  „Rock am Ring“, und eine Darts-Gala mit den Weltbesten dieses Sports.“  Der Nürburgring-Chef war am tiefsten Punkt der GP-Strecke, in der Müllenbachschleife, bei der Vorstellung des neuen Programms fünf Jahre nach seinem Amtsantritt bester Laune. „Die Bilanz  2019 weist  Zuwächse der Besucherzahlen in allen Bereichen aus.“ In Zukunft wolle man  den Fokus noch mehr auf die Weiterentwicklung der Firmenkunden-Veranstaltungen legen.

Von der Formel 1 spricht in der Eifel schon lange niemand mehr. Sie wirkt inzwischen fast wie ein vergessenes Relikt. Stattdessen bezeichnete Markfort den erstmaligen Auftritt der FIA World Rallyecross Championship am 1. / 2. August  als ein Format,  das „mit kurzen knackigen Rennen, unmittelbarer Nähe zu den  Fans sowie  permanenter Action vor allem junge Leute anzieht.“ Diejenigen, die der Formel 1 in der Eifel hinterher trauerten, seien „größtenteils noch mit Schumacher groß geworden.“

In nur drei Monaten wurde in der Müllenbachschleife eine WM-Strecke mit Kies- und Asphalt-Untergrund aus dem Boden gestampft. Die Tribünen bieten Platz für maximal 30.000 Zuschauer und versprechen, so Lokalmatador Timo Scheider in einer Video-Botschaft, „richtig geile Rennen.“ 600 PS unter der Haube, in 1,9 Sekunden von Null auf 100. Mehr „Schmackes“ als die Dienstfahrzeuge der Herren Hamilton, Vettel und Co.  Das versprich am ersten August-Wochenende eine „volle Hütte.“

Doch die diversen Motorsport-Rennserien  alleine sollen und werden  die Menschen 2020 nicht an den Ring ziehen.  Neben dem Konzert-Dino „Rock am Ring“ mit rund 85.000 Muskifans ziehen „Rad am Ring“, der „Strongman-Run“ und zum ersten Mal eine Darts-Gala die Menschen in die Eifel. Am 1. / 2. September soll der Nürburgring zum „Eifel-Ally Pally“, dem Mekka der weltbesten Pfeilwerfer, werden. Einige wenige Karten gibt es noch für den Auftritt von Phil „The Power“ Taylor und Co. Markfort, der von Umsätzen „in dreistelliger Millionenhöhe“ spricht, sieht sich selbst „mit Stolz als Teil eines tollen Teams, dem der Ring mit allem, was dazu gehört, am Herzen liegt.“

 

 

 

 

 

 

 

Essen Motor Show: Zu Gast im Tuning-Tempel

Mit Fachbesucher- und Presse-Vorab-Tag hat am Freitag die „Essen Motor Show“ begonnen. Traditionell trifft sich Ende November / Anfang Dezember seit mittlerweile mehr als vier Jahrzehnten in den Hallen am Gruga-Park der Ruhrmetropole alles, was Spaß an ungewöhnlichen, Leistungs-gesteigerten, historischen Fahrzeugen und sportlichen Serienmodellen hat. Die „EMS“ ist Europas größte Tuningmesse, wenn nicht sogar die bestbesuchte ihrer Art weltweit. Weiterlesen

Einmal im Leben: Das Zähmen der erotischen gelben Bestie

Ganz ehrlich, lieber Leser: Würden Sie ernsthaft daran denken,  sich ein Fahrzeug an zu schaffen, das einen Kofferraum von knapp elf Litern  hat(reicht kaum für eine Damen-Handtasche, habe ich mir sagen lassen), und für dessen Besitz Sie beim Hersteller auch noch eine Online-Bewerbung über sich ergehen lassen müssen, um überhaupt in das Vergabe-Verfahren aufgenommen zu werden?  Nein, wir sprechen hier nicht von einem Ferrari oder einem „Lambo“ mit einer limitierten Sonderauflage, sondern von einem Ford. Von DEM schlechthin: Zwei Buchstaben zeichnen ihn aus, sagen aber längst noch nicht alles über seine Faszination: GT. Ford GT Weiterlesen

Autocross am Rand der EU: Wenn der Islek bebt

Wenn Motorsportfreunde, die vorzugsweise am Wochenende Rennen irgendwo auf einer Rundstrecke oder einer Rallyeprüfung besuchen, um sich ein Event mit Fahrzeugen auf zwei oder vier Rädern an zu sehen, dann sind sie meist  mit den technischen Vorgaben und dem Regelwerk vertraut. Und auch mit der Kommunikation zwischen allen  Beteiligten, wenn es um Rennverläufe, um Zwischenfälle „auf der Piste“  geht.  Wenn dann aber die Rede davon ist, dass eine Pilotin „och wierklech stramm ënnerwee“ war,  und dass eine junge Fahrerin von einer  „gefreckte Kardan an eng Kupplung déi de Geescht opginn huet“ spricht, dann können damit nur Menschen eines bestimmten Schlages und einer bestimmtem Region etwas anfangen.

Dann geht es nämlich um Autocross, um die südwestdeutsche Meisterschaft – an der aber Teilnehmer(innen)  aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg teilnehmen – und um eine Veranstaltung, die immer zum frühen Herbst  im Grenzraum zwischen Deutschland, Belgien und Luxemburg über die Bühne geht. In den sogenannten „Krautscheider Laachen“, einer Senke inmitten bewaldeter Eifelhöhen,  findet dann der vorletzte von zehn Läufen des SWASV (Südwestdeutscher Amateurcross-Sportverband) statt. So wie auch in diesem Jahr am ersten Oktober-Wochenende.

230 Fahrerinnen und Fahrer waren wieder zugange beim Autocross-Festival. Das ist so eine Mischung aus Motorsport, aus Kirmes, aus Rodeo, aus grenzüberschreitendem Spektakel am westlichen Rand der Europäischen Union. Das ist ein 850 Meter langer,  welliger, Naturkurs auf lehmigem Bode. Mal plattgewalzt, mal mit sehr sandigen, lockeren Seitenwänden. So eine Art römische Kampfarena wie zu Wagenrennen-Zeiten. Etwas für Freunde von Fürst Juda Ben Hur aus dem gleichnamigen Leinwand-Streifen aus den 1960er Jahren mit Charlton Heston in der Hauptrolle.

Autocross-Rennen sind aber alles Andere  als auf blindwütige  Zerstörung ausgelegte „Hahnenkämpfe“ von Frauen und Männern in Gitterrohr-Käfigen.  Das weiß und erklärt auch Andreas Loskyll von der Autocross-Veranstaltergemeinschaft Krautscheid.  Er wirkt im Hintergrund als Organisator bei den Rennen mit, fährt aber selbst noch in einem Honda Civic 1,4 in der Klasse der frontgetriebenen  Serientourenwagen bis 1600 Kubik mit. „Bevor jemand auf die Strecke darf, muss er mit dem Auto zur technischen Kontrolle und Papierabnahme. Es gibt feste Regeln, nach denen auf der Strecke gefahren wird, auch wenn das alles ziemlich wild aussieht, und Berührungen oder Crashs durchaus an der Tagesordnung sind.“, sagt er. „Safety first“ gilt auch hier.

Die Teilnehmer(innen)  kommen aus Deutschland, Luxemburg, Frankreich und Belgien. Im Fahrerlag oberhalb der „Laachen“, wo fleißig gewerkelt wird und die Motohomes für ein paar Tage ihren festen Platz gefunden haben, herrscht demzufolge auch ein bunt gemischtes Sprachengewirr. Was der gegenseitigen Kommunikation aber keinen Abbruch tut. Wie  bei Tania Schleich vom AC Team Letzebuerg.  Die 26jährige Autocrosserin,  gerade mal 1,60 Meter groß, mischte mit ihrer giftigen Hayabusa,die männliche Konkurrenz in der Klasse der Spezial Auto-Cross bis 1600 Kubik gewaltig auf. Sie fährt seit vielen Jahren, hauptsächlich gegen männliche Konkurrenz.  „Ich bin mit dieser Sportart aufgewachsen. Vater und Mutter sind Autocross gefahren, ich wurde als kleines Kind schon mitgenommen.“ Tania fährt. Der Vater, in Personalunion Mechaniker, bereitet ihren Hayabusa vor.

Vor technischen Schäden  ist man beim Autocross nicht gefeit. Womit wir dann zu der   Auflösung des kleinen verbalen Rätsels zu Beginn und der Übersetzung aus dem „Letzebuergischen“ (Luxemburgischen) ins Deutsche kämen. Wenn jemand „och wierklech stramm ënnerwee“ ist, dann bedeutet das in dem kleinen Großherzogtum, dass er oder sie gut unterwegs“ ist.  Und eine „gefreckte Kardan an eng Kupplung déi de Geescht opginn huet“ sind nichts anderes als eine defekte Kardanwelle und eine Kupplung, die ihren Geist aufgegeben hat. Autocross in der Westeifel ist also nicht nur exotischer Motorsport, sondern gleichzeitig auch ein Sprachkurs der ganz besonderen Art.

 

 

 

 

 

 

 

 

VLN Lauf Nr. 8: Fader Beigeschmack

Großer Jubel auf dem Siegerpodes, aber auch ein fader Beigeschmack nach dem achten Lauf der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring: Das Team AutoArena Motorsport feierte beim 50. ADAC Barbarossapreis den ersten VLN-Triumph. Patrick Assenheimer und Dominik Baumann überquerten im Mercedes-AMG GT3 nach 28 Runden mit einem knappen Vorsprung von 3,651 Sekunden als Sieger die Ziellinie.Doch die Meisterschaftsfrage wird von unrühmlichen Begelitumständen tangiert

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Platz drei beim achten Saisonrennen ging an Jonathan Hirschi, Jordan Tresson und Hunter Abbott im BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motorsport. Seit acht Jahren ist Patrick Assenheimer in der VLN am Start. 2011 debütierte der 26-jährige mit einer Mercedes-Benz C-Klasse in der Klasse V4. Bis 2016 fuhr er gegen die BMW-Armada in der Produktionswagenklasse und feierte drei Klassensiege. In seinem 56. Rennen folgte nun sein erster Gesamtsieg. „Unglaublich“, strahlte er nach dem Rennen. „Endlich auf dem Podium ganz oben zu stehen, war ein geniales Gefühl – Hammer.“

Die Schlussphase zwischen den beiden Mercedes-AMG GT3 war extrem spannend. Die Debütanten von SPS führten über weite Strecken das Rennen an, leisteten sich dann aber einen kleinen aber folgenschweren Fehler. Beim letzten Boxenstopp unterschritt das Team die Mindeststandzeit um 0,9 Sekunden. Das wurde mit einer 36-sekündigen Zeitstrafe geahndet. „Wir wären auch mit Platz zwei zufrieden gewesen“, bewies Assenheimer Sportsgeist. „Aber wir nehmen den Sieg natürlich gerne mit.“ Mortara war trotz der Niederlage nicht unzufrieden: „SPS hat einen fantastischen Job gemacht und wirklich starke Performance gezeigt. Für mich war es ein spannendes und tolles Wochenende.“

Hinter dem Spitzentrio stellten zwei zukünftige GT3-Fahrzeuge ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis. Maxime Martin und Darren Turner kamen bei der Premiere des Aston Martin Vantage GT3 auf Rang vier ins Ziel. Nur einen Platz dahinter beendeten Christopher Haase und Jamie Green das Rennen im neuen Audi R8 LMS.Beide Fahrzeuge verfügen noch nicht über eine finale Homologation für die GT3-Klasse, starteten deshalb in der Klasse SPX. Das Reglement sieht für diese Testeinsätze vor, dass die Fahrzeuge vom Ende der ersten Startgruppe das Rennen aufnehmen und zudem bei jedem Boxenstopp eine 20 Sekunden längere Mindeststandzeit eingehalten werden muss.

Nach dem Rennen gab es zwei Technische Proteste, die Auswirkungen auf die Meisterschaft haben werden, weil Disqualifikationen nicht als Streichergebnis herangezogen werden können. Das Pixum Team Adrenalin Motorsport legte gegen das V4-Siegerfahrzeug von Manheller Racing einen Protest ein. Bei der Untersuchung wurde am beanstandeten BMW 325i eine unzulässige Bearbeitung der Motorraumabschirmung / Motorunterschutzes festgestellt. Dies führte zur Disqualifikation durch die Sportkommissare. Manheller Racing hat diese Entscheidung akzeptiert.

Manheller Racing legte seinerseits Protest gegen den BMW 325i von Adrenalin ein. „Bei der Prüfung des Protests wurde festgestellt, dass dieser unzulässiger Weise von einem der beiden Fahrer unterschrieben war. Sportrechtlich ist jedoch nur der Bewerber zur Abgabe eines solchen Protests berechtigt. Aus diesem Grund musste der Protest als unzulässig zurückgewiesen werden“, sagte Andreas Witkowski, Vorsitzender der Sportkommissare. Trotzdem wurde der Adrenalin-BMW disqualifiziert, weil die Technischen Kommissare bei der bereits begonnenen Protestuntersuchung einen Verstoß gegen die technischen Bestimmungen des Produktionswagen-Reglements festgestellt haben. Dagegen hat Adrenalin Berufung angekündigt. Das Ergebnis der Klasse V4 bleibt bis zur endgültigen Entscheidung des DMSB-Berufungsgerichts offen. Vorläufig übernehmen Norbert Fischer, Christian Konnerth und Daniel Zils, im  Porsche Caymander Klasse V5 die Führung.

 

Rallye-WM: Jetzt ein Dreikampf um den Titel

Aus dem Duell Thierry Neuville gegen Sébastien Ogier um die Krone im Rallyesport der Saison 2018 ist jetzt endgültig ein Dreikampf geworden. Nach seinem Wiederholungs-Sieg bei der ADAC Rallye Deutschland aus dem Vorjahr hat der Este Ott Tänak im Toyota Yaris WRC zu den beiden Führenden aufgeschlossen. Nach den beiden aufeinander folgenden Siegen bei der superschnellen Schotter-Rallye in Finnland und dem Triumph auf dem Asphalt im Südwesten Deutschlands ist der strohblonde Mann aus dem Baltikum nun selbst ein ernsthafter Titelkandidat. Weiterlesen

Rallye: Tänak führt nach der ersten Prüfung

Vorjahressieger Ott Tänak (EST / Toyota Yaris WRC),  führt die ADAC Rallye Deutschland, den neunten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft, nach der ersten von insgesamt 18 Wertungsprüfungen am Donnerstagabend in St. Wendel an

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Der Este verwies auf dem 2,04 Kilometer langen Kurs zum Showstart der Rallye in St. Wendel den Spanier Dani Sordo (Hyundai i20 WRC) mit 0,4 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Weltmeister Sébastien Ogier (F / Ford Fiesta WRC), folgt auf Rang vier, WM-Spitzenreiter Thierry Neuville (B / Hyundai i20 WRC) auf Rang acht. Der einzige deutsche Starter in einem World Rallye Car, der 29jährige Junioren-Europameister von 2017, Marijan Griebel (Hahnweiler),  folgt auf Rang 17.

Am Freitag stehen die gefürchteten Prüfungen in den Mosel-Weinbergen und im Ruwertal sowie auf einem Rundkurs in der Nähe der saarländischen Gemeinden Wadern und Weiskirchen auf dem Programm. Am Samstag geht es auf den Truppenübungsplatz nach Baumholder, wo die berüchtigten „Hinkelsteine“ auf die insgesamt 88 gestarteten Fahrzeuge warten.